2.3. Karate (auch Karate-Do)
Entstehung, Geschichte
Die für den unbefangenen Betrachter große Ähnlichkeit vieler Karate-Techniken und des allgemeinen Erscheinungsbildes dieser Sportart mit anderen Zweikampfsportarten fernöstlich-asiatischen Ursprungs (z. B. Taekwondo, Thai-Boxen, einige Varianten des Wushu/Kung-Fu) ist durch die Entstehungsgeschichte und den Verbreitungsweg und die dadurch verursachte gegenseitige Beeinflussung, auch philosophisch-weltanschaulicher Art, zu erklären.
Relativ gesicherte Erkenntnisse besagen, daß, wie bei anderen chinesischen Einflüssen auf die japanische Kultur, die Insel Okinawa eine wichtige Rolle als Vermittler spielte. Die vom chinesischen buddhistischen Kloster Shaolin ausgehenden Wirkungen führten im Mittelalter, im Verein mit eigenständigen Traditionen japanischer Kampfkünste, zur Entstehung der Kampfkunst Karate auf Okinawa. Bis ins vorige Jahrhundert trugen eine ganze Anzahl von Techniken und typischen Verhaltensweisen des Karate noch chinesische Fachbezeichnungen.
Mit dem Übergang Japans zur modernen Industriegesellschaft verlor Karate diese spezielle Bedeutung, blieb aber Bestandteil der japanischen Kultur und wandelte sich in ein Mittel der allgemeinen Körperertüchtigung. 1904 fand es als Lehrfach Eingang in das allgemeine Schulwesen auf Okinawa und in den folgenden Jahren nach und nach auf dem gesamten japanischen Territorium. Traditionell gab es viele verschiedene Auffassungen und Lehrmeinungen, Techniken und Ziele zahlreicher Karate-Lehrer und -Schulen. Eine dieser Richtungen, das sogenannte Shotokan, wurde seit 1921 durch Funakoshi Gishin besonders erfolgreich auch außerhalb Okinawas demonstriert und propagiert, fand allgemein großes Interesse in Japan und wurde seit 1931 durch das Nippon Butokai Kai (Organisation zur Sammlung und Systematisierung japanischer Kampfkünste) unterstützt. Trotzdem entwickelten sich weiterhin auch andere Karaterichtungen wie Shitu-Ryu, Goju-Ryu und Wado-Ryu, um nur einige wichtige zu nennen.
Durch die Vielfalt und die gegenseitige Konkurrenz dieser und anderer Richtungen ist Karate bis heute - auch weltweit - gekennzeichnet, obwohl inzwischen die 1970 gegründete World Union of Karate-Do Organisations (WUKO) 1985 durch das IOC (Internationales Olympisches Komitee), als Weltorganisation für diese Sportart mit 188 nationalen Mitgliedsverbänden und mehreren Millionen aktiven Sportlern, anerkannt wurde und Anstrengungen unternimmt, die Eingliederung der Sportart ins Olympische Programm zu erreichen. Demonstrationswettkämpfe im Karate fanden jedoch offiziell schon einmal während der Olympischen Spiele 1964 in Tokio statt, nachdem die japanische Regierung die Vereinigung von über 100 rivalisierenden Organisationen unter einem Dach faktisch erzwungen hatte.
Karate wird zur Einsatzvorbereitung von der Polizei in Japan und in anderen Ländern als Körperertüchtigung betrieben, aber auch im sogenannten Japanischen Selbstverteidigungsheer und an einer zunehmenden Zahl japanischer Universitäten von Studenten als Pflichtfach ausgeübt.
Nach dem 2. Weltkrieges wurde Karate auch außerhalb Japans, zunächst in den USA (Besatzungsmacht) aber auch bald in Europa (Frankreich: ca. 1950, England: ca. 1955, BRD: ca. 1955) sehr populär. Im Dezember 1963 wurde in Paris die Europäische Karate-Union (EKU) gegründet, 1966 fanden die ersten Europameisterschaften (Paris) und 1970 die ersten Weltmeisterschaften (Tokio) statt. Zeitgleich mit diesen Weltmeisterschaften tagte der erste Karate-Weltkongreß und gründete die WUKO, die zu jener Zeit die Kontinentalverbände Asien-Ozeanien, Amerika und Europa vereinte. Seither finden ohne Unterbrechung Weltmeisterschaften im Zweijahresrhythmus statt. Die letzten Europameisterschaften trugen die Jubiläumsnummer 25 und wurden vom 10. bis 13. Mai 1990 im Matsumae-Budocenter der Tokai-Universität Wien/Österreich abgehalten. Aber auch heute noch ist die internationale Karate-Szene durch die Rivalität verschiedener Lehrmeinungen, Regelwerke und -auslegungen und internationaler Gruppierungen zersplittert, was einerseits zur Weiterentwicklung der Sportart beiträgt, andererseits aber solche Zielstellungen wie die angestrebte Aufnahme ins Olympische Programm behindert. Deutsches Mitglied der bei weitem größten und stärksten internationalen Vereinigung, der WUKO, ist der Deutsche Karateverband e. V. mit Sitz in Gladbeck (Bundesgeschäftsstelle, Grabenstraße 37, W-4390 Gladbeck).
Gegenwärtige Auffassungen
Verschiedene Autoren setzen, je nach ihrer nationalen Herkunft und ihren persönlichen Erfahrungen, deutlich unterschiedliche Schwerpunkte bei der Darstellung des Karate. Japanische Spezialisten und europäische Karateka mit japanischer Ausbildung beschreiben das Karate als umfassende Lebensphilosophie, der praktisch alle anderen Bereiche des Lebens nach - oder unterzuordnen sind, wobei mystische, wissenschaftlich nicht untermauerte Auffassungen eine beträchtliche Rolle spielen. Andere Karate-Lehrer betrachten ihre Sportart als eine unter vielen anderen gleichberechtigten und streben vor allem den sportlichen Erfolg im Wettkampf an. Dabei werden die traditionellen, vorwiegend auf die Formung von Charakter und Lebensweise der Karateka gerichteten Auffassungen, die sich weitgehend auf fernöstlich-mystisches Gedankengut stützen und u. a. die völlige Unterordnung unter den Lehrer/Trainer fordern, bewußt zugunsten einer modernen, sportwissenschaftlich begründeten Trainingsweise und Lebensordnung vernachlässigt. Bisher gelingt es weder der einen noch der anderen Richtung, aus ihren verschiedenen Grundauffassungen eindeutige Vorteile für den sportlichen Erfolg zu ziehen. Letztendlich siegt im Wettkampf bei einheitlichem Regelwerk das sportliche Können.
Jeder Interessent muß sich seinen eigenen Zugang zur Philosophie des Karate suchen, und jeder kann nach eigenem Geschmack unter den verschiedenen Richtungen wählen. In den letzten Jahren hat die von der WUKO vertretene Richtung am meisten an Boden gewonnen. Sportwissenschaftlich orientierte, der fernöstlich-japanischen Karate-Mystik wenig oder gar nicht verbundene Lehrer/Trainer sind bestrebt, die verschiedenen sportlichen Richtungen im Training so zu systematisieren, daß die Teilnehmer beliebig in jede der bestehenden Stilrichtungen einsteigen können.
Wettkampfregeln und -disziplinen (Auswahl)
Wie bereits angemerkt, gibt es über Einzelheiten des Trainings- und Wettkampfbetriebes im Karate zwischen den verschiedenen Stilrichtungen und den sie vertretenden Organisationen Unterschiede, die sich auch im Regelwerk auswirken. Wettkämpfe können selbstverständlich nur stattfinden, wenn man sich vorher auf eine für alle Teilnehmer verbindliche Bewertung der Leistungen geeinigt hat. Die im Bereich des Deutschen Karateverbandes gültigen Regeln können dort (Adresse s. o.) beschafft werden. Allgemein üblich (Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften) sind die Wettkampfdisziplinen Kampf (Kumite-Shiai) und Formübung (Kata-Shiai). Beide Teildisziplinen, an denen sich die Karateka nach Belieben beteiligen können, finden als Einzel- oder als Mannschaftskampf statt.
Kumite-Shiai
Grundsätzlich ist jeder Schlag, Stoß oder Tritt technisch vorschriftsmäßig, mit voller Kraft, schnell und rhythmisch auszuführen. Die ausgeglichene Harmonie der Bewegungen ist besonders bei den Kata eine wichtige Grundlage der Bewertung. Das tatsächliche Treffen des Gegners ist untersagt und gilt je nach Heftigkeit des Körperkontakts als Foul bis schweres Foul, das sogar zur Disqualifikation des Verursachers führen kann. Es wird angestrebt, daß an Kumite-Wettkämpfen nur Träger der Blau- und Schwarzgurte teilnehmen, damit die Genauigkeit der Regeleinhaltung möglichst hoch und die Verletzungsgefahren möglichst niedrig sind.
Die Kampfzeit ist normalerweise auf zwei Minuten begrenzt, kann aber bis zu drei Minuten betragen, was den Karateka ein stark angriffsorientiertes Verhalten aufzwingt. Mannschaften bestehen bei den Männern aus fünf Startern und zwei Ersatzmännern, bei den Frauen aus drei Kämpferinnen und einer Ersatzfrau.
Die Wettkampffläche ist das sogenannte Shiai-Jo, besteht aus glattem Holzfußboden (Parkett) und hat die Abmessungen 8 mal 8 oder 10 mal 10 Meter. Das Übertreten der Linie bringt für den betreffenden Karateka Bewertungsnachteile mit sich, da er entweder eine Verwarnung oder Strafpunkte, der Gegner jedoch eventuell Punktgutschrift erhält. Gewertet wird nach Wettkampfreglement, häufig durch Flaggen- oder Pfeifensignal. Es gibt zwei bis vier Seitenkampfrichter, den Kampf führt der Hauptkampfrichter; über den gesamten Kampf wacht ein Kampfinspektor.
Zugelassene Trefferflächen: Kopf, Gesicht, Hals, Brustkorb, Bauch, Rücken, wobei an Kopf, Gesicht und Hals kein Auftreff-Kontakt erfolgen darf.
Kata-Shiai
Die Kata-Mannschaften bestehen grundsätzlich aus drei Karateka, die synchron eine Formübung darbieten. Gewertet wird im Einzelkampf eine Pflicht-Kata (Shitei-Kata), die in der Wettkampfausschreibung vorgegeben wird, und eine Wahl-Kata (Tokui-Kata), die jeweils aus traditionell genau vorgeschriebenen Bewegungsfolgen bestehen. Von fünf oder sieben Kampfrichtern wird die Darbietung mit einem Punktsystem nach folgenden Kriterien bewertet:
- genaue Orientierung der Fußstellungen und Techniken an den traditionellen Vorschriften,
- rechtzeitige, d.h. harmonisch mit dem allgemeinen Bewegungsablauf abgestimmte Blickwendungen,
- überzeugende Ausführung des Kiai (Kampfschrei),
- angemessener Rhythmus, Geschmeidigkeit der Bewegungen,
- kraftvolle, exakte Ausführung,
- Dynamik des Bewegungsablaufs,
- kämpferischer Gesamteindruck.
Je nach Teilnehmerzahl kommen ein bis fünf Sportler bzw. ein bis sieben Sportler in die Endausscheidung, wo dann die Ausführung einer Kür-Kata über den Sieger entscheidet. Die Entscheidungskriterien sowohl bei Kumite als auch bei Kata lassen mehr oder weniger subjektiv betonte Entscheidungen zu.
Graduierungen
Jeder Karateka kann die von ihm im Training erlernten und durch fortlaufendes beharrliches Üben perfektionierten Techniken für Kata und Kumite vor zugelassenen und lizenzierten Prüfern demonstrieren und sich den erreichten Grad (sechs Schülergrade und ein Meistergrad) durch die Überreichung eines farbigen Gürtels (Schüler: weiß, gelb, orange, grün, blau, braun; Meister: schwarz) bestätigen lassen.
Über die jeweiligen Mindestanforderungen bestehen genaue Vorschriften.
Ziele und Motivationen für Karate-Sportler
a) Sportliche Qualifikation
Entsprechend den festgelegten Prüfungsordnungen kann jeder Karateka im Mindestabstand von etwa einem halben Jahr nach und nach immer höhere Graduierungen (Gürtelfarbe) erwerben und den Grad sportlicher Vollkommenheit, den er erreichen möchte, selbst festlegen, ohne gezwungen zu sein, jemals an Wettkämpfen teilzunehmen. Der zeitliche Abstand vom letzten Schülergrad zum Meistergürtel ist auf mindestens ein Jahr - bei regelmäßigem Training - festgelegt. Über die oben genannten Wettkampfformen hinaus existieren zumindest als Trainingsformen die sogenannten Bruchtechniken (auf die Schnelligkeit, Genauigkeit und Kraft der Bewegungen gerichtet) und die Karate-Selbstverteidigung sowie das Erlernen von Formen des Umgangs mit Waffen und Geräten (Schwert, Nunchaku, Kette, Stock, Sai, Tonfa u. a.), wobei besonders das Letztere die Verwandschaft mit dem chinesischen Wushu/Kung-Fu hervorhebt. Auch diese Trainingsformen kommen als Anreiz für die Beschäftigung mit Karate in Betracht.
b) Wettkampferfolge
Entsprechend den jeweiligen Wettkampfausschreibungen und dem nachgewiesenen Grad der sportlichen Meisterschaft (Gürtelfarbe) ist für jeden Karateka die Teilnahme an Einzel- und/oder Mannschaftsmeisterschaften auf örtlicher, regionaler, nationaler oder internationaler Ebene mit der Orientierung auf Sieg- oder Medaillenleistungen möglich. Die erfolgreiche Teilnahme an offiziellen Kumite- und/oder Kata-Meisterschaften motiviert nicht unerheblich das jahrelange beharrliche und anstrengende sportliche Training.
c) Körperliche Fitneß und allgemeine Leistungsfähigkeit
Unabhängig von den individuell ausgewählten sportlichen Zielstellungen, muß ein Karateka für das Erreichen von Leistungsfortschritten immer höhere Anforderungen an sein körperliches und geistiges Leistungsvermögen stellen und die notwendigen physischen und psychischen Komponenten in ihrer für die angestrebte Leistung erforderlichen Komplexität ständig trainieren und beherrschen lernen. Karate ist eine Herausforderung nicht nur an die körperliche Leistungsfähigkeit, sondern an die gesamte Persönlichkeit. Leistungsorientiertes Training führt daher auch zu Anpassungseffekten (Adaptation) sowohl der trainierten körperlichen als auch der benötigten geistigen bzw. moralischen Qualitäten.
Gefördert werden je nach Trainingsumfang und -qualität Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit/Elastizität, Sprungkraft, Bewegungsgenauigkeit u. a., aber auch vorwiegend geistig-moralisch determinierte Eigenschaften wie Beharrlichkeit, Koordinationsvermögen, Zielstrebigkeit, Antizipation, Fairneß, Härte gegen sich selbst, Reaktionsschnelligkeit u. a. Selbstbeherrschung und die Achtung vor der Leistung anderer entwickeln sich ebenfalls. Für eine allseitige körperliche Entwicklung nicht ausreichend gefördert wird die allgemeine organische (aerobe) Ausdauer, da das für die karatetypischen Zielstellungen nicht erforderlich ist.
Die Sportart ist sowohl für leistungsorientierte Sportler als auch für Freizeitsportler ohne Wettkampf- und Medaillenambitionen als Mittel zur Vervollkommnung körperlicher und geistiger Persönlichkeitsmerkmale und zur Entwicklung leistungsfähiger, selbstbewußter Menschen als Einheit von physischen, psychischen und moralischen Qualitäten zu empfehlen.
d) Qualifizierung als Kampf- und Schiedsrichter oder Lehrer/Trainer
Die verschiedenen Übungsleiter-, Lehrer- und Trainerberechtigungen werden von den Vereinen und Verbänden auf Landes- und Bundesebene, und auf deren Vorschlag hin durch die Kontinentalverbände und die WUKO, nach bestandener Prüfung ebenso wie die nationalen und internationalen Kampf- und Schiedsrichterlizenzen vergeben. Diese Laufbahn ist für entsprechend interessierte Karateka eine zusätzliche Motivation zur Ausübung des Sportes. Alle offiziell als Lehrer/Trainer bezeichneten Personen müssen sowohl im Besitz des Schwarzen Gürtels als auch eines entsprechenden staatlichen oder Förderations-Diploms sein.
Karate und Sportwissenschaft
Im Vergleich zu anderen nichtolympischen Kampfsportarten fernöstlichen Ursprungs hat Karate in der westeuropäisch-nordamerikanischen Sportwissenschaft entsprechend seiner Verbreitung und der Bedeutung insbesondere im Bereich der Schutz-und Sicherheitsorgane der Staaten relativ umfangreiche und vielseitige Beachtung und Bearbeitung erfahren. Auch das Versicherungswesen hat aus der Befürchtung eines hohen Verletzungsrisikos heraus einen gewissen Druck in Richtung auf sportmedizinisch-statistische Arbeiten ausgeübt. In diesem Zusammenhang ist interessant, daß in Frankreich über Jahre hinweg der Anteil von Sportunfällen an der Gesamtzahl der aktiven Karatesportler signifikant unter 1 % lag.
Sportwissenschaftliche Ergebnisse mit Karatebezug haben in den letzten Jahren die Sportmedizin (Klassifizierung, Behandlung und Prävention/Prophylaxe von Verletzungen und Verletzungsrisiken), die Sportphysiologie (Beschreibung und Bewertung physiologischer Parameter von Karateka verschiedener Leistungsebenen vor, während und nach Training und Wettkampf) sowie Sportgeschichte, Trainingsmethodik, Sportpsychologie und die sportorientierte Anatomie und Biomechanik geliefert, ohne daß es gerechtfertigt wäre, irgendwo ein Zentrum der systematischen und kontinuierlichen sportwissenschaftlichen Bearbeitung des Karate zu sehen, das in irgendeiner Hinsicht eine Führungsposition innehätte. In anderen nichtolympischen Kampfsportarten haben sich solche Zentren etabliert (Sambo-Forschung in der UdSSR, zentrales chinesisches Wushu-Forschungsinstitut, Paris) oder sind im Prozeß des Entstehens (Kukkowon in Seoul/Südkorea für Taekwondo, als Leitorgan für die 1989 gegründete Taekwondo-Weltforschungs-Gesellschaft).
Karate, die WUKO und die Olympische Bewegung
Nachdem 1964 zu den Olympischen Spielen ein erster Höhepunkt in den Beziehungen der Karate-Weltbewegung zur Olympischen Bewegung und zum IOC erreicht war und Karate als offizielle Demonstrationssportart auf der Schwelle der Zulassung zum Olympischen Programm stand, trat eine dramatische Zuspitzung der Kämpfe der verschiedenen Lehrmeinungen und Karate-Stilrichtungen über Jahre hinweg mit dem Ergebnis ein, daß mehrere Welt-Organisationen um die Vorherrschaft im Karatesport rangen. Inzwischen konnten wesentliche Meinungsverschiedenheiten und Regelunterschiede mit dem Ergebnis beigelegt werden, daß einige der zwischenzeitlich existierenden Konkurrenz-Organisationen in die WUKO Aufnahme fanden und andere stark an Bedeutung verloren haben.
Die WUKO ist seit Jahren die einzige vom IOC als weltweite Vertretung offiziell anerkannte Organisation des Karatesports. Sie vertritt 124 nationale Organisationen mit regelmäßigen nationalen Meisterschaften, ca. 40 Millionen aktiven Sportlern und einem einheitlichen Regelwerk. 1990 wurde an das IOC der offizielle Antrag gestellt, Karate 1996 als offizielle olympische Sportart in das Programm einzugliedern. In Kumite und Kata des Karate sollen dann insgesamt 14 Goldmedaillen vergeben werden.
Anschrift der Verbände
Deutscher Karateverband
Geschäftsstelle:
Grabenstr. 37
45964 Gladbeck
Tel.: 0 20 43/29 88-0
Fax: 0 20 43/29 88-91
World Union of Karatedo Organization (WUKO)
Geschäftsstelle:
1-15-16 Toranomon
Minato-Ku
Tokyo, 105
Japan
Tel.: 00 81 33/5 03-66 38
Fax: 00 81 33/5 03-66 38
Tlx: 2 22 39 88 JKF J
Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Jakhel, Rudolf: Modernes Sport-Karate, Technische und Taktische Grundlagen. Wuppertal 1989 (Hans Putty-Verlag).
Kono, Teruo/Oehsen, Elke v.: Karate-Training, Technik, Taktik. Reinbek bei Hamburg 1986 (Rowohlt-Verlag).
Külbel, Jürgen: Das sportliche Karate. Lehrbrief. Leipzig 1989 (Deutsche Hochschule für Körperkultur).
Nakayama, M.: Nakayamas Karate perfekt. Bände 1 bis 8. Niedernhausen/Ts. 1986-1988.
Okazaki, T./Dr. med. Stricevic, M. V.: Modernes Karate. Niedernhausen/Ts. 1987 (Falken-Verlag).
Pflüger, Albrecht: Fit mit Karate. Niedernhausen/Ts. 1988 (Falken-Verlag).
World Union of Karatedo Organisations/WUKO (Hrsg.): Reply to IOC by WUKO, June 1990. Tokyo. W.U.K.O. Headquarters & Secretariat Office. 1990 (Antwort der WUKO an das Internationale Olympische Komitee, im Juni 1990).
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