2.2. Golf
Bedeutung/Geschichte
Golf ist ein Rasenspiel in naturgegebenem oder nur gering verändertem Gelände, geeignet für Spieler aller Altersklassen. Es wird auch bezeichnet als Kampfplatz des einzelnen mit sich selbst bzw. bei dem einer gegen einen anderen oder gegen viele spielt. Man kann im Golf bis ins hohe Alter aktiv sein. Weit über 40 Millionen Menschen spielen weltweit auf rund 30 000 Golfplätzen. Die Beliebtheit des Spiels steigt ständig.
Aktenkundig ist, daß Golf bereits 1413 in Schottland gespielt wurde. 1457 gibt es eine erste offizielle Erwähnung in Schottland. Aus der Gesetzgebung geht hervor, daß Golf schon damals eine Art Volkssport der Schotten war. Andere Quellen behaupten, daß es niederländischen Ursprungs sei.
Der Grundgedanke des Golfspiels hat sich über die Jahrhunderte nicht verändert. Die Veränderungen bezogen sich vielmehr auf die Entwicklung von Bällen und Schlägern.
1754 - Gründung des Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews in Schottland (ältester Golfclub der Welt)
1850 - fand Golf seinen Weg nach Kanada
1873 - Gründung des ersten Clubs in Montreal
1894 - Gründung eines nationalen Verbandes in Amerika (heute größter Golf-Verband der Welt, nennt sich The United States Golf Association)
Der Drang zum Wettbewerb sorgte für die Einführung der Offenen Meisterschaft, bekannt unter dem Namen British Open, die 1960 zum ersten Mal ausgetragen wurden. Die britische Offene Meisterschaft wird auch international als die bedeutenste Golf-Meisterschaft betrachtet.
1894 - Beginn der amerikanischen Offenen Meisterschaft, genannt US Open
1895 - Gründung des ersten deutschen Golf-Clubs in Berlin
seit 1953 - Weltmeisterschaften für Berufsspieler (jährlich)
seit 1958 - Weltmeisterschaften für Amateure (Herren)
seit 1964 - Weltmeisterschaften für Amateure (Damen)
seit 1959 - Europäische Mannschaftsmeisterschaften für Amateure (Damen und Herren)
Eine große Anzahl bedeutender Golfturniere findet zudem für die Spitzenspieler in aller Welt statt, die mit Preisgeldern in Millionenhöhe dotiert sind.
Spielidee
Die Kunst des Golfspielens besteht darin, einen kleinen weißen Ball mit möglichst wenig Schlägen über verschieden lange Bahnen in ein durch Fahnen gekennzeichnetes, teetassengroßes Loch zu befördern.
Man unterscheidet zwei Wettspielarten: Lochspiele und Zählspiele. Bei den Lochspielen treten zwei Spieler oder Parteien (1 gegen 2 oder 3, oder 2 gegen 2) oder auch drei Spieler gegeneinander an. Dabei spielt man nach Löchern. Ein Loch ist gewonnen, wenn man den Ball mit weniger Schlägen einlocht als der oder die Gegner. Sieger ist der Spieler, der eine größere Anzahl Löcher gewonnen hat als sein Gegner. An den Zählspielen kann sich eine beliebige Anzahl von Spielern beteiligen. Sieger ist der Spieler, der die festgesetzte Runde (18, 36, 54 oder 72 Löcher) mit der niedrigsten Schlagzahl gespielt hat. Zählspiele gelten als besonders schwer, weil man bei ihnen keinen Fehler wieder ausgleichen kann.
Spielvoraussetzungen
Spielfeld:
Ein Platz mit 18 Löchern beansprucht etwa fünfzig Hektar. Es gibt auch Plätze mit 9 Löchern, die dann jeweils zweimal bespielt werden. Kein Golfplatz ist wie der andere, da er sich den landschaftlichen Gegebenheiten anpaßt. Um das Spiel zu erschweren, sind Hindernisse wie Sandkuhlen, Wasserläufe und Bodenerhebungen zu überwinden. Ein normaler Golfplatz besteht aus 18 Spielbahnen (Fairways genannt), an deren Anfang der Abschlag liegt. Daran schließt sich eine kurz gemähte Grasfläche an, die zwischen 20 und 50 m breit und von Buschwerk, Bäumen und hochgeschnittenen Grasflächen umsäumt ist. Darauf folgt das Grün (Green), eine 200-500 m große Grasfläche - kurz geschnitten -, in der sich das Loch befindet (Durchmesser 10,8 cm, Tiefe mindestens 10 cm). Die Gesamtlänge aller 18 Bahnen liegt zwischen 4500 und 7000 m. Davon sollten 4 Bahnen nicht länger als 200 m sein, die restlichen haben eine Länge von 200 bis 500 m.
Golfball:
Er besteht aus einem weichen Gummikern mit pockennarbiger Hartgummihülle. Gewicht: bis 46 g; Durchmesser mindestens 41 mm.
Golfschläger:
Aus 20 verschieden geformten Schlägern, kann der Spieler 14 auswählen. Es werden Holz- und Eisenschläger unterschieden. Holzschläger werden für Treib- und Weitschläge sowie für den Abschlag eingesetzt. Aus den Eisenschlägern wird, je nach Lage des Balles, ein Schläger mit geeignetem Neigungswinkel ausgewählt. Außer den Holz- und Eisenschlägern, die mit entsprechenden Nummern versehen sind, unterscheidet man Pitching-Wedge (Annäherungsschläger, um den Ball ins Grün zu schlagen), Sand-Wedge (um den Ball aus dem Sand zu schlagen) und Putter (Schläger mit senkrechter Schlagfläche zur Verwendung auf dem Grün).
Ausgewählte Regeln:
Für jedes Loch ist eine bestimmte Zahl von Schlägen festgesetzt. Diese Normzahl wird Par genannt. Je nach der Länge der Entfernung vom Abschlag zum Loch ist diese unterschiedlich. 228 m und weniger sind zum Beispiel mit drei Schlägen zu spielen (Par 3). Für den entsprechenden Golfplatz liegt die Zahl der Schläge fest. Von einem Spitzenspieler erwartet man, daß er jeden Platz mit der festgesetzten Zahl von Schlägen spielt, diese eher noch unterbietet.
Anforderungen des Golfspiels
Man sagt, daß keine andere Sportart soviel Konzentration und Beherrschung aller Schlagtechniken verlangt wie Golf. Daher werden Golftechniken in den meisten Lehrbüchern besonders ausführlich dargestellt. Wesentlich für erfolgreiches Spielen sind neben der Wahl des richtigen Schlägers auch das richtige Beurteilen des Geländes, des Windes, der Entfernung und der Richtung beim Schlagen. Vor allem muß der Spieler das Spiel auf seine Fähigkeiten und sein Können abstimmen.
Anschrift der Verbände
Deutscher Golf-Verband
Geschäftsstelle:
Postfach 2106
65189 Wiesbaden
Tel.: 06 11/9 90 20-0
Fax: 06 11/9 90 20-40
World Amateur Golf Council (WAGC)
Golf House, P.O. Box 708
Far Hills N.J. 07931-0708
USA
Tel.: 00 12 01/2 34 23 00
Fax: 00 12 01/2 34 96 87
Tlx: 71 09 86 25 21 US GOLF FHLS
European Golf Association
Geschäftstelle:
P.O.Box
CH-1066 Epalinges
Schweiz
Tel.: 004121/7843532
Fax: 004121/7843536
Verwendete bzw. weiterführende Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Dobereiner, P.: Die Tricks der Professionals und was Sie davon lernen können. München (BLV-Verlagsgesellschaft).
Irwin, H. (unter Mitarbeit von Mackie, K.): Das ist Golf. München 1988 (Humboldt-Taschenbuchverlag Jacobi KG).
Jessop, J.-C.: Golf. Niedernhausen 1988 (Falken-Verlag).
Ostermann, H.-T./Marks, G. (Hrsg.): Golf für Anfänger. 1984 (Jahr-Verlag).
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