2.13. Trampolinturnen
Grundidee, Bedeutung, soziale Werte
Beim Trampolinturnen nutzt man die elastische Wirkung von Gummizügen oder Stahlfedern, um ein Vielfaches der unter normalen Bedingungen möglichen Sprunghöhe zu erreichen. Bei Sprüngen mit einer Höhe um 5 Meter stehen dem Trampolinturner etwa 2 Sekunden der Schwerelosigkeit zur Verfügung, in denen mehrfache und kombinierte Drehungen um alle Körperachsen ausgeführt werden können. Sprünge aus dem Anlauf vom Minitrampolin, Doppelminitrampolin und das Springen ganzer Übungskombinationen auf dem Trampolin entwickeln und erfordern höchste Bewegungsgenauigkeit, ausgeprägte Raumorientierung, Drehverträglichkeit, differenziertes Zeitgefühl und Mut. Sie vermitteln gleichsam das Gefühl des Fliegens-eine reizvolle Herausforderung insbesondere für Kinder und Jugendliche. Trampolinspringen als eigenständige, nichtolympische Wettkampfsportart erlangt zunehmende Bedeutung in der Trainingsmethodik einer Vielzahl technisch-akrobatischer Sportarten.
Ursprung, Geschichte, Verbreitung
Von einer Zirkusnummer angeregt, entwickelte der Amerikaner G. Nissen 1937 das Trampolin und begründete somit eine neue Sportart. Als Trainingsgerät wurde es zuerst im Kunstturnen und Wasserspringen eingesetzt. Aufgrund koordinativer und vor allem vestibulärer Trainingseffekte gehört das Trampolinturnen auch zur Piloten-und Astronautenausbildung. In der Nachkriegszeit fand es auch in Europa schnelle Verbreitung (1957). 1964 fanden die ersten Weltmeisterschaften statt. Die deutschen Trampolinturnerinnen und -turner sind im DTB (gegr. 1950) organisiert. Der Internationale Trampolinverband (ITV, gegr. 1964) vereinigt 33 nationale Verbände (Stand 1990).
Wettbewerb, Regeln, Technik
Wettbewerb
Trampolin und Doppelminitrampolin1) sind separate Disziplinen2) bei Weltmeisterschaften, kontinentalen Meisterschaften und in verschiedenen Alters-und Leistungsstufen auch bei nationalen Wettbewerben, die als Einzel-und Mannschaftswettkämpfe (3-4 Starter) ausgeschrieben sind. Beim Synchronturnen für 2 Damen bzw. 2 Herren werden gleiche Übungsteile gleichzeitig mit gleichem Rhythmus auf nebeneinanderstehenden Turngeräten ausgeführt.
Regeln
Wettkämpfe im Spitzensport bestehen aus Pflicht und Kür.
Trampolin:
Zu jeder Übung gehören 10 unterschiedliche Sprünge, die in vorgeschriebener (Pflicht) bzw. vor Wettkampfbeginn selbst festgelegter Reihenfolge (Kür) ohne Zwischensprung auszuführen sind.
Doppelminitrampolin:
Jede Sprungverbindung wird aus dem Anlauf ausgeführt und besteht aus maximal 2 Übungsteilen (Sprüngen). Ein zusätzlicher Zwischensprung ist nicht erlaubt. Die Gesamtnote ergibt sich aus den Wertungen spezialisierter Kampfrichter für
- Ausführung (Haltung, Sprunghöhe, Sprungbeherrschung),
- Schwierigkeit (pro 1/4 Breitenachsen-bzw. 1/2 Längenachsendrehung 0,1 Punkte, für besonders schwierige Sprünge gibt es Zusatzzehntel)
- und beim Synchronturnen zusätzlich für Synchronität (Abzüge für nicht gleichzeitige Ausführung).
Technik
Das umfangreiche Sprungrepertoire gliedert sich in Vorwärts-und Rückwärtssalti ohne und mit Längenachsendrehungen (am Anfang, in der Mitte und am Ende des Sprunges).
Die Sprungausführung ist gestreckt, gebückt, offen gehockt (Puckhaltung) und gehockt möglich. Während vom Doppelminitrampolin grundsätzlich Absprünge nur von den Füßen erlaubt sind, sind beim Trampolinturnen auch Landungen und Abdruckbewegungen in Bauch-, Rückenlage, Kniestand und Sitz möglich.
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