1.7.Eishockey

Bedeutung/Geschichte

Eishockey ist ein körperlich hartes Mannschaftssportspiel, dessen rasante Schnelligkeit durch die Art der Fortbewegung, durch Spiel mit Schläger und Puck sowie durch Bandenpässe bedingt ist.

Der Eislauf unter erschwerten Bedingungen, die Bewegung auf Schlittschuhen in verschiedenen Richtungen bei erlaubtem Körperangriff des Gegners, die Beherrschung des Pucks mit dem Schläger stellen bei der schweren Eishockeyausrüstung hohe Anforderungen an die Spieler. Eishockey ist nicht nur Saisonsport. Durch den Bau von Kunsteisflächen in Stadien und Eishallen wird es ein Sport für jede Jahreszeit.

Wann, wo und wie Eishockey entstand, ist nicht restlos geklärt. Seine Vorläufer - die Stockballspiele - sind uralt. Kanada gilt als Mutterland des Eishockey. Einem 1632 erschienenen Buch ist zu entnehmen, daß schon die Indianer ein eishockeyähnliches Spiel betrieben.

1860 - fanden in Kingston Harbour (Ontario) bzw. 1875 im Victoria-Skating-Ring in Montreal die ersten Eishockeyspiele (mit Puck) statt.

1879 - Ausarbeitung der ersten Spielregeln an der McGill-Universität in Montreal

1893 - stiftete der engl. Gouverneur von Kanada, Lord Stanley, den bis heute umkämpften Stanley-Cup

1894 - erstes Eishockeyspiel in Europa (Paris)

1897 - erstes Eishockeyspiel in Deutschland (Berlin)

1908 - Gründung des Internationalen Eishockeyverbandes

1920 - Aufnahme in das Olympische Programm

1920-1968 - wurde das olympische Eishockey-Turnier zugleich als Weltmeisterschaft gewertet. Der Olympiasieger war demnach zugleich auch Weltmeister.

1951 - Wiederaufnahme der BRD in den IIHF (International Ice Hockey Feferation)

1954 - Aufnahme der DDR in den IIHF

Eishockey ist - unter mehr oder minder geeigneten Voraussetzungen - auf der ganzen Welt verbreitet.

Spielidee

Im Eishockey versuchen 2 Sechsermannschaften (jeweils 1 Torwart, 2 Verteidiger, 3 Stürmer) den Puck (Spielscheibe) in das gegnerische Tor zu befördern. Sieger ist diejenige Mannschaft, die die meisten Tore erzielt.

Eine Mannschaft besteht aus 18 Feldspielern und 2 Torhütern. Bei internationalen Vergleichen (OS, WM u. a.) sind pro Team jeweils 22 Spieler zulässig (inkl. der Torhüter). Die Spieler können während des Spielverlaufs zu jeder Zeit ausgetauscht werden - entweder einzeln oder als Mannschaftsteil (1., 2., 3. Sturm oder Verteidigung). Ein Spiel hat 60 Minuten effektive Spielzeit, d. h. mit jeder Spielunterbrechung, die durch den Pfiff des Schiedsrichters signalisiert wird (Puck über die Bande, Verhängung von Strafzeiten o. a.), halten Zeitnehmer die Stadionuhr an, bis die Scheibe erneut freigegeben wird. Hierdurch können mitunter erhebliche Unterbrechungen auftreten. Diese „effektiven“ 60 Minuten unterteilen sich in Drittel von je 20 Min., wobei nach erstem und zweitem Drittel die Seiten gewechselt werden.

Spielvoraussetzungen

Puck:

Scheibe aus Hartgummi.

Durchmesser: 7,62 cm; Höhe: 2,54 cm.

Gewicht: 156-170 g.

Eishockeyschläger:

besteht aus widerstandsfähigem Holz oder Kunststoff; es gibt Torwart- und Spielerschläger

Spielkleidung:

Zum Schutz vor Verletzungen tragen die Spieler eine gepolsterte Spezialkleidung, die beim Torwart noch verstärkt wird. Er muß eine Gesichtsmaske tragen. Die gepolsterten Eishockeystiefel sind fest mit dem Schlittschuh durch Nieten oder Schrauben verankert.

Spielfeld:

Die rote Mittellinie teilt das Spielfeld in die eigene und die gegnerische Hälfte. Die zwei blauen Linien teilen das Spielfeld in drei Zonen: Abwehrzone, neutrale Zone, Angriffzone. Eine Wand aus Holz oder Kunststoff, die sog. Bande, muß die Eisfläche begrenzen. Sie darf nicht niedriger als 1,15 m und nicht höher als 1,22 m sein.

Schiedsrichter/ Linienrichter:

1 Oberschiedsrichter und 2 Linienrichter leiten das Spiel.

Ausgewählte Regeln:

Gegen Regelverstöße und körperverletzende Unsportlichkeiten gibt es Zeitausschlüsse von unterschiedlicher Dauer. Kleine Strafe: 2 Minuten. Große Strafe: 5 Minuten. Disziplinarstrafe: 10 Minuten. Spieldauer-Disziplinarstrafe: Ausschluß für den Rest des Spieles. Penalty Shot: ist ein Strafschuß auf das gegnerische Tor. Wird verhängt vom Schiedsrichter wegen regelwidrigen, meist unfairen Spiels.

Bei Spielbeginn, Wiederaufnahme des Spiels nach Drittelpausen oder nach Spielunterbrechungen wird der Puck durch den sog. „Bully“ vom Schiedsrichter oder einem der Linesmen freigegeben. Hierbei versuchen zwei Spieler der unterschiedlichen Teams, den Puck nach dem Wurf auf das Eis (seitens eines der Unparteiischen) für ihre Partei zu gewinnen. Der Punkt, an welchem der „Einwurf“ des Pucks zu erfolgen hat, richtet sich nach dem allgemeinen Regelwerk.

Technik/Taktik

Eishockey verlangt eine doppelte Geschicklichkeit, die der Beine sowie die der Arme und Hände. Dazu kommen die erschwerende Bewegung auf Schlittschuhen, die Beherrschung der Stocktechnik und das erlaubte Körperspiel. Zwei sportliche Leistungen, das Eislaufen und das Spiel mit dem Hockeyschläger, sind also zu einer Spielart verbunden. Diese vielen Einzelfertigkeiten gilt es, methodisch geschickt zu perfektem Spielhandeln zu entwickeln.

Verwendete bzw. weiterführende Literatur

(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)

Capla, J.: Eishockey. Niedernhausen 1989.


Copyright © 1996 by Peter Casper, VWM Verlag GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Die Texte und Grafiken aus dem Kompendium sind urheberrechtlich geschützt und werden für einen begrenzten Zeitraum nur zur Ansicht zur Verfügung gestellt. Speichern, Ausdrucken, Kopieren oder Verbreiten der Texte ist ausdrücklich untersagt.