1.6. Boxen
Bedeutung/Geschichte
Boxen war in seiner jahrhundertelangen Geschichte einem beständigen Wandel und unterschiedlichen Einflüssen unterworfen, die wechselnde gesellschaftliche Wertungen, nicht zuletzt auch Ablehnung einschließen. Sie haben die Ausführung und wettkampfmäßige Gestaltung dieser Sportart nicht unwesentlich bestimmt.
Boxen besitzt einen hohen Show-Wert - als Profisport ist es nicht unumstritten. Spektakuläre Geschehnisse im Ring und Todesfälle nach harten Profi-Wettkämpfen lassen die Diskussion um die Gefährlichkeit des Boxens immer wieder aufflammen. Die Entwicklung eines Kopfschutzes sowie unterschiedliche Größen der Boxhandschuhe und spezielle Startsperren nach K.-O.-Niederlagen sind z.<|>B. Ergebnisse des Bemühens im Amateurboxsport, die Möglichkeiten der gesundheitlichen Gefährdung des Sportlers, insbesondere seines Zentralnervensystems (ZNS), zu minimieren.
Seit 688 v.Chr. war Boxen Bestandteil des olympischen Wettkampfprogrammes. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich in England die Ausgangsform des heutigen modernen Boxens.
Faustkämpfe unterschiedlicher Art waren im Mittelalter in Rußland, Mittelasien und Südostasien sowohl als Zweikämpfe wie auch als Massenkämpfe, bei denen sich ganze Gemeinden gegenüberstanden, bekannt. Nationale Sonderformen findet man im sog. Bretonischen Boxen oder auch im Thai- oder Kick-Boxen, um nur die geläufigsten zu nennen.
Wettbewerb/Regeln
Im Wettkampfsport Boxen gibt es Einzel- und Mannschaftswettbewerb, wobei letzterer den Durchbruch bei Olympia und weiteren Großveranstaltungen jedoch noch nicht feiern konnte und somit in gewissem Sinne eingeschränkt ausgetragen wird. In der 1920 gegründeten AIBA (Association Internationale de Boxe Amateure) sind heute Länder aller Kontinente zusammengeschlossen.
Der Wettkampf wird im Amateurboxsport über drei Runden à drei Minuten effektive Kampfzeit unter Leitung des Ringrichters durchgeführt. Vorzeitiger Sieger kann der Boxer durch K.O., Disqualifikation des Gegners, durch Aufgabe oder durch Abbruch (RSC = Referee Stops Contest) werden. Sonst wird der Sieger auf Grundlage der Anzahl der Treffer in Form einer Mehrheitsentscheidung der 5 Punktrichter ermittelt. Seit 1989 wird dazu zunehmend auch eine computergesteuerte Punktmaschine verwendet, die erstmals in der UdSSR entwickelt wurde.
Altersklassen (international)
Jugend 15 - 16 Jahre
Junioren 17 - 18 Jahre
Senioren ab 18 Jahre
Gewichtsklassen
Halbfliegengewicht - 48 kg
Fliegengewicht - 51 kg
Bantamgewicht - 54 kg
Federgewicht - 57 kg
Leichtgewicht - 60 kg
Halbweltergewicht - 63,5 kg
Weltergewicht - 67 kg
Halbmittelgewicht - 71 kg
Mittelgewicht - 75 kg
Halbschwergewicht - 81 kg
Schwergewicht - 91 kg
Superschwergewicht + 91 kg
Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Fiedler, H.: Boxsport. Berlin 1976 (Sportverlag).
Copyright © 1996 by Peter Casper, VWM Verlag GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Die Texte und Grafiken aus dem Kompendium sind urheberrechtlich geschützt und werden für einen begrenzten Zeitraum nur zur Ansicht zur Verfügung gestellt. Speichern, Ausdrucken, Kopieren oder Verbreiten der Texte ist ausdrücklich untersagt.