1.4. Biathlon

Idee und Werte

Biathlon ist ein Winterzweikampf, bestehend aus Skilanglauf und Sportschießen. Sieger ist der Sportler mit der geringsten Laufzeit, nachdem der Zeitaufschlag entsprechend der Schießleistung erfolgte.

Der Reiz der Sportart ergibt sich aus der Kombination der Ausdauerbelastung im Skilanglauf mit einer Konzentrations- und Feinkoordinationsanforderung im Schießen mit Spezial-Kleinkaliberwaffen (Kaliber 5,6 mm).

Biathlon ist eine Wettkampfsportart mit großer Dynamik und somit für Zuschauer von hohem Schauwert.

Geschichte

Historisch hat sich Biathlon aus dem jagdlichen und aus dem militärischen Skilauf entwickelt.

Im Programm Olympischer Winterspiele ist Biathlon seit 1960.

Jährlich finden Weltmeisterschaften für Damen und Herren statt.

Biathlon ist neben dem Modernen Fünfkampf gleichberechtigtes Mitglied in der UIPMB (Union Internationale du Pentathlon Moderne et Biathlon).

Bei den Olympischen Winterspielen 1992 stand erstmalig Frauenbiathlon auf dem Wettkampfprogramm (15 km- und 7,5 km-Einzellauf; 3x 7,5 km-Staffel).

Wettkämpfe und Regeln

Bis 1978 wurde mit Großkaliberwaffen (Kaliber 6,5 - 7,62 mm) über Entfernungen von 100 und 250 m geschossen. Die Attraktivität der Sportart und die Verbreitung wurde mit der Einführung von Kleinkaliberwaffen ab der WM 1978 gesteigert, weil abgerüstete Sicherheitsvorschriften möglich wurden und sich die finanziellen und materiell-technischen Bedingungen für Training und Wettkampf verbesserten.

Im Seniorenbereich werden folgende Wettkämpfe durchgeführt:

Die Wettkampfstrecke ist so anzulegen, daß

- beim Einzel- und Mannschaftslauf über 20 km die vier Schießeinlagen zwischen Kilometer 3,5 und 17,5 stattfinden und zwischen jeder mindestens 3 km-Teilstrecken liegen;

- beim Sprintwettkampf über 10 km die Schießeinlagen etwa bei Kilometer 2,5 und 7,5 liegen;

- die zwei Schießeinlagen beim 7,5 km-Einzellauf und beim 4 x 7,5 km Staffellauf etwa bei Kilometer 2,5 und 5 stattfinden

- und beim 15 km Mannschaftslauf nach jeweils ca. 3 km geschossen wird.

Beim Mannschaftslauf erfolgt der Start der Mannschaft gleichzeitig. Die Schießeinlagen bewältigt jeweils ein anderer Sportler, während die restliche Mannschaft in der Parkzone wartet. Somit bleibt die Mannschaft über die gesamte Distanz zusammen.

Training

Schlüsselpositionen im Biathlonwettkampf und -training nehmen ein:

- die Aufrechterhaltung einer hohen Laufgeschwindigkeit als wesentlichste konditionelle Komponente,

- die Zeit vom Eintreffen des Sportlers am Schießstand bis zum Abgeben des ersten Schusses,

- der Rhythmus, die Schnelligkeit und Genauigkeit des Absolvierens der Schießübung.

Die Kompliziertheit der Sportart ergibt sich aus dem Wechsel der vegetativen Reaktionslage des Organismus im Prozeß der Leistungsabgabe. Die Laufzeit wird negativ beeinflußt durch die periodischen Unterbrechungen des Laufes sowie durch das die Technik negativ beeinflussende Gewicht der Waffe. Die konsequente Umstellung der Biathleten auf die Skating-Technik Mitte der 80er Jahre förderte die Laufleistung erheblich.

Beim Schießen erfordern die funktionellen Vorgänge des Organismus im Ergebnis der Ausdauerbelastung eine besondere Schießtechnik. Nach etwa 1 Minute tritt durch die Umstellung des vegetativen Nervensystemes ein härterer Pulsschlag auf, der die Stabilität des Anschlages rhythmisch stört.

Anschrift der Verbände:

Deutscher Skiverband

Geschäftsstelle:

Hubertusstr. 1

82152 Planegg

Tel.: 0 89/8 57 90-262

Fax: 0 89/8 57 90-263

Union Internationale de Pentathlon

Moderne et Biathlon (UIPMB)

Generalsekretariat: c/o Dieter Krickow

Douglasstr. 11

14193 Berlin 33

Tel.:0 30/8 26 48 58

Fax: 0 30/8 26 63 08

Tlx: 18 68 80 UIPMB

Weiterführende Literatur

(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)

Niederauer, J.: Planung und Steuerung des Trainings für den Skilanglauf des Biathlon-Hochleistungssportlers durch begleitende leistungsphysiologische Untersuchungen. München 1981 (Technische Universität, Fakultät für Medizin, Dissertation).

Nitzsche, K.: Biathlon. Berlin 1989 (Sportverlag).

Stolz, M.: Untersuchungen zur Effektivierung der Übergangsgestaltung vom Laufen zum Schießen im Biathlon. Leipzig 1987 (DHfK, Dissertation A).


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