1.31. Volleyball
Bedeutung/Geschichte
Das Rückschlagspiel Volleyball gehört zu den populärsten und meist betriebenen Mannschaftsspielen der Welt.
Seine geringen materiellen Voraussetzungen und hohe Variabilität in der Gestaltung des Spiels trugen wesentlich zu seiner Verbreitung und Beliebtheit bei.
Es ist Leistungs-, Wettkampf-, Schul- und Freizeitsport. Eignet sich für jung und alt, Männer und Frauen, Anfänger und Spitzenkönner, als Familien-, Behinderten- und Rehabilitationssport.
Volleyball kann in der Halle und im Freien gespielt werden. Es entwickelten sich im Freizeit-, Breiten- und Urlaubssport eine Vielfalt von Spielformen und Wettbewerben. Besonders das Beach-Volleyballspiel erfreut sich weltweit wachsenden Zuspruchs. In diesem Wettbewerb, in dem jeweils nur 2 Spieler eine Mannschaft bilden, werden bereits Weltmeisterschaften veranstaltet. Bei entsprechend namhaft besetzten Turnieren in Übersee werden hohe Preisgelder vergeben.
1895
- wurde Volleyball erstmals vom amerikanischen Schulmeister William G. Morgan als Freizeitbeschäftigung am Holyoke College im US-Bundesstaat Massachusetts unter dem Namen Mintonette entwickelt (Grundidee: Ball ohne Bodenberührung durch das Schlagen mit den Händen über ein Netz hin- und herspielen.
1896
- Umbenennung des Spiels in Volleyball durch Dr. A. T. Halstead anläßlich eines Turniers in Kalifornien
1897
- Erscheinen der ersten gedruckten Volleyballregeln in Amerika Weitere Verbreitung des Spiels über Kanada (1900), Kuba (1905), Puerto Rico (1909), Uruguay (1912), China (1913), Japan (1917), Philippinen (1920). Besonders propagiert wurde das Spiel in der UdSSR.
1947
- Gründung eines Internationalen Volleyball-Verbandes in Paris, dem 13 Länder angehörten
1964
- Volleyball erstmals olympische Sportart (Teilnahme von Männer- und Frauenmannschaften)
Gegenwärtig gehören der Internationalen Volleyball-Föderation mehr als 165 nationale Verbände an. Die Zahl der organisierten Volleyballspieler in der Welt wird mit etwa 170 Mill. angegeben.
Spielgedanke
2 Mannschaften zu je 6 Spielern stehen sich - durch ein Netz getrennt- gegenüber und versuchen, den Ball jeweils so in die gegenüberliegende Spielfeldhälfte über das Netz zu spielen, daß ihn die andere Mannschaft nicht mehr abwehren oder regelgerecht zurückspielen kann. Die Anzahl der Ballberührungen innerhalb der Mannschaft (im Prinzip 3) ist ebenso festgelegt wie die Art der Ballbehandlung und der Wechsel der sechs Spieler einer Mannschaft von einer Spielfeldposition auf die nächste im Uhrzeigersinn.
Nur die aufgebende Mannschaft kann einen Punkt erzielen, und sie gewinnt einen Satz, wenn sie mindestens 15 Punkte oder mehr bei einer Differenz von 2 Punkten zum Gegner oder nach einem Stand von 14:14 bzw. 15:15 die beiden folgenden Punkte erzielt. Wenn ein Stand von 16:16 erreicht wird, entscheidet der 17. Punkt über den Satzgewinn. Sieger ist die Mannschaft, die 3 Sätze gewinnt. Im Falle eines 2:2 Gleichstandes wird der entscheidende 5. Satz als Tie- break gespielt. Hierbei führt jeder Spielzug zum Punkt.
Spielvoraussetzungen
Ball:
soll einfarbig und hell sein, besteht aus weicher Lederhülle, die eine Blase aus Gummi oder ähnlichem Material enthält.
Umfang: 65 - 67 cm
Gewicht: 260 - 280 g
Spielfeld:
Ebene, waagerechte und einheitliche Fläche von 18x9 m, die durch Mittellinie und Netz in zwei Hälften von 9m x 9m geteilt wird. Netzhöhe beträgt für Herren 2,43 m und für Damen 2,24 m. Das Spielfeld ist umgeben von einer mindestens 2 m breiten Freizone. Spielfeld und Freizone ergeben die sogenannte Spielfläche. Der zum Spielfeld gehörende Raum muß bis zu einer Höhe von 7 m über dem Boden frei von jedem Hindernis sein.
Schiedsrichter/ Linienrichter:
Zwei Schiedsrichter leiten einen offiziellen Wettkampf. Beide haben jeweils ihre spezifischen Aufgabenbereiche und wirken mit weiteren Mitgliedern des Kampfgerichtes zusammen. Zwei Linienrichter (international vier) assistieren dem 1. Schiedsrichter.
Spielbekleidung:
Sie besteht aus Trikot und Hose, die für die Mannschaft einheitlich und von gleicher Farbe sein müssen. Die Trikots der Spieler müssen numeriert und deutlich erkennbar sein.
Die offiziellen Anforderungen und Spielregeln, die hier nur angedeutet werden können, erfahren bei Beibehalt der Grundidee des Spiels in den verschiedensten Formen und Bereichen zahlreiche Abwandlungen.
Technik/Taktik
Die technischen Anforderungen sind nicht ausgerichtet an den sogenannten natürlichen Bewegungen des Laufens, Springens, Fangens und Werfens und bedürfen daher in der Ausbildung besonderer Beachtung (bei Anfängern, um Verletzungen zu vermeiden und das Spiel in seiner Grundidee zu realisieren, im Leistungsvolleyball, um höchste Perfektion zu erreichen). Die für das Volleyball typischen Spielhandlungen sind: Aufschlag, Annahme, Zuspiel, Angriff, Block, Sicherung und Feldabwehr.
Verwendete bzw. weiterführende Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Brandel, C.: Volleyball-Weltgeschichte. München 1988 (Copress Verlag).
Christmann, E./Fago, K.: Volleyball-Handbuch. Reinbek 1987 (Rowohlt).
Heuchert, R. u.a.: Kleines Lexikon Volleyball. Berlin 1989 (Sportverlag).
Scherer, A.: Volleyball. Niedernhausen 1987 (Falken Verlag).
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