1.27.2. Skilanglauf
Idee und Werte
Der Skilanglauf ist eine Ausdauerdisziplin des Nordischen Skisports, die als Einzel- oder Staffelwettkampf für Männer und Frauen durchgeführt wird. Skilanglauf gehört zu den direkt meßbaren Sportarten, d.h. die gelaufene Zeit entscheidet über die Plazierung. Skilanglauf stellt in einem ständig wechselnden Gelände hohe Anforderungen an Ausdauer, Kraftausdauer und Lauftechnik.
Skilanglauf ist ein idealer Freizeit- und Familiensport. Der hohe gesundheitliche Wert ergibt sich aus der Ausdauerbelastung in einer Ganzkörperbewegung, aus den koordinativen Anforderungen, die durch die Nutzung des Sportgerätes entstehen und aus dem Klima- und Temperaturreiz unter winterlichen Bedingungen.
Geschichte
Heimat des Skisports ist Norwegen, insbesondere die Landschaft Telemarken.
1843 - erste Wettkämpfe im Langlauf in Tromsö
1924 - I. Olympische Winterspiele in Chamonix
Seit 1937 - werden Ski- WM ausgerichtet.
Wettkampfregeln
Die Wettkämpfer müssen von Start bis zum Ziel einer markierten Strecke folgen. Die gesamte Distanz muß aus eigener Kraft auf markierten Skiern zurückgelegt werden. Bei Einzelwettkämpfen dürfen Stöcke, aber keine Ski ausgewechselt werden. Bei Staffelwettkämpfen darf pro Wettkämpfer ein Ski ausgetauscht werden.
Umwachsen der Ski ist ohne fremde Hilfe erlaubt.
Ein zu überholender Wettkämpfer muß bei der ersten Aufforderung die Strecke freigeben, Ausnahme: die letzten 200 m vor dem Ziel.
Wettkämpfe in der Gundersen-Methode, im Skilanglauf auch bezeichnet als Jagd- bzw. Verfolgungsrennen:
Sie setzen sich aus 2 Wettkämpfen zusammen.
- Der 1. Wettkampf wird über die festgelegte Distanz als Einzelrennen absolviert und separat bewertet und prämiert.
- Die Plazierung und Startabstände zum Sieger bestimmen die Startreihenfolge und Startabstände für den 2. Wettkampf.
- Der Zieleinlauf bei diesem Verfolgungsrennen entspricht der Plazierung des gesamten Jagdrennens.
Neu ab Saison 1993/94:
Frauen: 1. WK 10 km Freistil, 2. WK 5 km klassisch
Männer: 1. WK 15 km Freistil, 2. WK 10 km klassisch
Juniorenwettkämpfe werden über verkürzte Distanzen absolviert.
Programm Juniorenweltmeisterschaften:
Juniorinnen Junioren
5 km klassisch 10 km klassisch
4 x 5 km Staffel 4 x 10 km Staffel
(2 x 5km klassisch, (2 x 10 km klassisch
2 x 5 km Freistil) 2 x 10 km Freistil)
15 km Freistil 30 km Freistil
Einfluß der Skating-Technik:
Entwicklungen in der Skilauftechnik führten bei der WM 1985 in Seefeld (Österreich) zu einer explosionsartigen Leistungsentwicklung durch den konsequenten Einsatz der Skating-Technik. Der Schlittschuh- oder Siitonen-Schritt kennzeichnet sich durch seitliches Ausstemmen des Ski. Dabei erfolgt die Bewegungsausführung schräg zur eigentlichen Laufrichtung.
Diese Technikveränderung zog die Ausschreibung von Wettkämpfen in der Klassischen Technik und in der Freien Technik nach sich.
Vorteile des Schlittschuhschrittes:
- 9% höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten als mit dem Diagonalschritt;
- 3% höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten als mit dem Doppelstockschub;
- ökonomischere Technik, auf vergleichbaren Geschwindigkeitsstufen wurde ein geringerer Sauerstoffverbrauch und eine geringere Laktat- und Herzfrequenzmobilisation festgestellt.
Mit dem Einsatz der Skating-Technik sind Konsequenzen für das Training verbunden:
- veränderte Kraft- und Kraftausdaueranforderungen;
- starke Belastung spezieller Muskelgruppen und Gelenke, die ausgleichende Trainingsmaßnahmen im speziellen Krafttraining erfordert;
- veränderte Anforderungen an das Material: Ski sind etwa 10 cm kürzer, jedoch nicht unter Körpergröße und die Stöcke 10 - 12,5 cm länger, jedoch nicht über Körpergröße.
Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Ernst-Motz,A.: Ski-Langlauf: Moderne Techniken, Ausrüstung und Trainingsmethoden. München 1985 (Heyne-Verlag).
Theorie und Praxis des Leistungssports. Berlin 25(1987)6, S. 166ff.
Vorderwülbecke,M.: Skilanglauf: Training, Technik, Taktik. Reinbek bei Hamburg 1988 (Rowohlt Taschenbuchverlag).
Wenger, U.: Die neue Technik beim Skilanglauf: Siitonen, Finnstep, Skating. Oberhaching 1985 (Sportinform-Verlag).
Wöllzenmüller, F.: Richtig Skilanglaufen. München, Wien, Zürich 1986 (BLV-Verlagsgesellschaft).
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