1.27.1. Skispringen
Allgemeine Charakteristik
Die Grundidee des Skispringens besteht darin, durch Anfahrt (Anlauf) auf eine spezielle erhöhte Absprungstelle (Schanzentisch) und einem explosiven Absprung eine große Sprungweite bei ästhetisch und aerodynamisch wirkungsvoller Körperhaltung und Skiführung zu erzielen. Die Bewertung der Sprungleistung erfolgt auf der Grundlage der Sprungweite und der Qualität der Sprungausführung (Haltungsnoten). Die Weite eines Sprunges wird in eine Weitennote umgerechnet und mit der Haltungsnote zu einer Gesamtnote zusammengefaßt. Die Summe der Gesamtnoten zweier Wertungssprünge eines Wettkampfes ergeben die Totalnote. Der Springer mit der höchsten Totalnote ist Sieger des Wettkampfes.
Das Skispringen zählt zu jenen Sportarten, die ausschließlich im männlichen Bereich betrieben werden. Es erfordert wie nur wenige Sportarten oder -disziplinen ein hohes Maß an Mut, Risikobereitschaft, hohes Können und von Kindheit an ständiges Üben, um Sprünge von einer Schanze zu meistern. Nicht zuletzt deshalb gehört das Skispringen zu den reinen Wettkampfsportarten, ohne Breiten- oder Volkssportscharakter zu tragen.
Historische Daten
Das Ursprungsland des Skispringens ist Norwegen. Das Skispringen entstand im Zusammenhang mit dem nordischen Skilauf insgesamt. Schon 1860 wurden erste Wettbewerbe bei ansprechender Zuschauerresonanz ausgetragen. Das Springen wurde zur damaligen Zeit unter Zuhilfenahme eines Skistockes ausgeführt.
Bereits 1881 anläßlich der Huseby-Skiwettkämpfe des Skiklubs Kristiania (Oslo) wurden Sprünge ohne Stock demonstriert.
1882 wurden die 1. Holmenkollen-Skispiele ausgetragen. Größtes Interesse der Zuschauer galt dabei dem Skispringen, das seitdem auf dem Programm steht.
Die großartigen Erfolge der Norweger im nordischen Skilauf, zu denen vor allem auch die Expedition Fridtjof Nansens auf Schneeschuhen durch Grönland zu zählen ist (Paa Ski over Grönland), rief großes Interesse am nordischen Skisport in Mitteleuropa hervor:
- es entstanden die ersten deutschen Skivereine 1891 in München und Todtnau (Schwarzwald);
- zahlreiche norwegische Skiläufer erhielten Einladungen aus Mitteleuropa, um den nordischen Skilauf auch in diesen Regionen bekannt zu machen und zu verbreiten;
- die Norweger Björnstad und Leif Berg 1905 traten in der Schweiz als Lehrmeister im Skispringen auf. So ist es nicht verwunderlich, daß der Norweger Harald Smith 1909 einen neuen Weltrekord mit 45 m (siehe Tabelle Weltrekordentwicklung im Skispringen) nicht in Skandinavien sondern in der Schweiz (Davos) aufstellte.
Auch in den USA waren es norwegische Auswanderer (die Brüder Hemmesveit, der Holmenkollensieger Karl Hovelsen), die den nordischen Skisport in den USA bekannt machten und organisierten (Gründung des ältesten noch bestehenden Skiklubs der USA, Bau moderner Sprungschanzen in Steamboat Springs/Rocky Mountains)
In Deutschland gab es Anfang des 20. Jahrhunderts ebenfalls eine rasche Entwicklung im nordischen Skilauf:
- 1912 erregt der Deutsche Böhm-Hennes bei den norwegischen Skispielen am Holmenkollen erhebliches Aufsehen, als er den 4. Platz in der Nordischen Kombination belegt.
- 1914 stellt der Deutsche Edler von der Planitz mit 51,5 m auf dem Semmering den bestehenden Weltrekord von Omtvedt (NOR) ein.
1924 wurden in Chamonix erstmals Olympische Winterspiele (OWS) ausgetragen. Der Skisprung war von Anbeginn fester Bestandteil des Olympischen Programms. Erster Olympiasieger war der Norweger Jacob Tullin-Thams, der vor zwei weiteren Norwegern Gold gewann.
Mit Einführung der Olympischen Winterspiele 1924 nahmen im wesentlichen bereits alle Nationen teil, die sich auch in den nachfolgenden Jahren ständig an diesem Wettkampf beteiligten. Das spricht für das starke Interesse an dieser Disziplin in den Ländern mit Wintersportmöglichkeiten und ihre rasche internationale Verbereitung.
Deutschland war als Urheber des 1. Weltkrieges für die Olympischen Winterspiele 1924 noch nicht zugelassen. Dennoch fand das Skispringen auch in Deutschland einen steilen Aufschwung. Davon zeugen die Erfolge des Sachsenmeisters Walter Glaß (Aschberg/Klingenthal), der 1927 (im vorolympischen Jahr) die Österreichische- und Schweizer Meisterschaften gewann.
Seit Gründung der Fèderation Internationale de Ski (FIS) 1924 in Chamonix waren Bestrebungen im Gange, Weltmeisterschaften in den nordischen Skidisziplinen durchzuführen. Sie scheiterten zunächst am Widerstand der Skandinavier. Von 1925 -1927 fanden sogenannte Rendezvous Rennen statt, die als Vorläufer von Weltmeisterschaften gelten.
1929 wurde auf dem FIS Kongreß in Zakopane der Beschluß gefaßt, jährlich FIS-Rennen im Range von Weltmeisterschaften auszutragen. Das 1. FIS-Rennen fand in Oberhof (Thüringen) statt, bei dem Birger Ruud das Skispringen gewann. Birger Ruud zählt seitdem zu den ganz Großen des Skisprungs. Neben dem Sieg 1931 (FIS) gewann er 1932 (OWS), 1935 (FIS), 1936 (OWS) und 1937 (WM) die Goldmedaille sowie 1948 (OWS) nochmals die Silbermedaille im Skisprung.
Nach dem 2. Weltkrieg fanden Skiweltmeisterschaften (SWM) bis 1984 jedes 2. Jahr statt (OWS zählte als WM). Ab 1985 wird die WM jeweils in den ungeraden Jahreszahlen durchgeführt und zu den Olympischen Winterspielen werden keine Weltmeistertitel mehr vergeben.
Trotz positiver Entwicklung des Skisprunges in den mitteleuropäischen Ländern gab es bei Olympischen Winterspielen bis 1952 nur norwegische Siege.
1952 nahm Deutschland (BRD) erstmals wieder nach dem Krieg an Olympischen Winterspielen teil. Toni Brutscher belegte dabei einen hervorragenden 4. Platz.
Ab 1956 durften auch die Sportler der DDR in einer gesamtdeutschen Mannschaft bei Olympia an den Start gehen. In Cortina de Ampezzo (1956) startete eine leistungsstarke gesamtdeutsche Skisprungmannschaft, die mit dem Klingenthaler Harry Glaß die erste Olympische Medaille (Bronze) im Skisprung überhaupt gewann.
Mit dem Eindringen deutscher Skispringer in die Phalanx der Skandinavier (Olympischen Spielen 1956) dominierten in den Folgejahren zunehmend Sportler aus der UdSSR, der DDR und der CSSR. 1960 gewann mit dem Thüringer Helmut Recknagel erstmals bei Olympischen Winterspielen ein Mitteleuopäer die olympische Goldmedaille in Squaw Valley. Auch in den Folgejahren gehören deutsche Skispringer zu den Medaillengewinnern bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.1)
Mit dem Bestreben, immer größere Sprungweiten zu erzielen, wurden im Gleichklang mit der physischen und sporttechnischen Verbesserung der Sportler sowie der Materialentwicklung immer größere und modernere Schanzen gebaut. Sie gestatten nicht nur größere Sprungweiten, sondern stellen auch im Vergleich zu kleineren Schanzen unterschiedliche Anforderungen an die Athleten. Die Folge davon war, daß 1962 zu den WM in Zakopane ein zusätzlicher Wettbewerb (Wettkampf auf der Großschanze) in das Programm der Skiweltmeisterschaften und ab 1964 in das Olympiaprogramm aufgenommen wurde.
Darüber hinaus werden ab 1972 Skiflug-Weltmeisterschaften (1. WM in Planica) durchgeführt, nachdem seit 1934 jährlich Skiflugveranstaltungen (von 1934 - 1950 ausschließlich in Planica) stattfanden.
Ab 1950 wurden weitere Skiflugschanzen gebaut (Oberstdorf, Kulm, Vikersund, Ironwood, Harrachov), auf denen abwechselnd Skiflugveranstaltungen bzw. Skiflugmeisterschaften ausgetragen werden.
1982 folgte die Einführung eines Mannschaftswettkampfes in das Programm der Nordischen Skiweltmeisterschaften, der seit 1988 auch Bestandteil des Olympischen Programmes ist.
Die historische Entwicklung des Skisprungs ist aufs Engste mit der Entwicklung der Skisprungtechnik verknüpft. Folgende Wandlung der Körper- und Skihaltung in der Flugphase ist im Laufe der Jahre aus der nachfolgenden Übersicht erkennbar (vgl. auch C. J. Luther):
Die Skisprungtechnik
Die sportliche Technik spielt im Skisprung eine außerordentlich große Rolle, da sie einerseits die Sprungweite maßgeblich beeinflußt, anderseits sich auch in der Bewertung durch die Wertungsrichter niederschlägt.
Der Bewegungsablauf wird allgemein in folgende Bewegungsphasen und -abschnitte unterteilt:
1. Anlauf mit Start
2. Absprung
3. Flug mit den Abschnitten
- Übergang
- Flug I
- Flug II
- Landeanflug
4. Landung Ausfahrt
Die Zielstellungen der einzelnen Bewegungsphasen sind sehr unterschiedlich und bestehen in folgendem:
Anlauf:
- Erreichen einer hohen Anfahrtsgeschwindigkeit durch aerodynamisch zweckmäßige Anfahrtshaltung (Merkmale: tiefe Hockstellung, Oberkörper parallel zum Ski, Arme am Oberkörper angelegt und parallel zur Oberkörperachse) und optimale Materialauswahl (Ski, Kleidung Helm, Bindungslage) sowie zweckmäßiger Skipräparation (Beläge, Wachs, Strukurierung).
- Schaffung günstiger Voraussetzung für einen wirkungsvollen Absprung (Merkmale: optimale KSP-Lage, günstige Winkelstellungen im Knie- und Unterschenkel-Fußgelenk).
Absprung
- Hoher Absprungimpuls für das Anheben der Flugbahn.
- Schaffung von Voraussetzungen für einen schnellen Übergang in die optimale Fluglage (Merkmale: optimale Lage des KSP, erforderlicher Drehimpuls).
- Weitgehende Beibehaltung der bis zu Beginn der Absprungbewegung erreichten Anfahrtsgeschwindigkeit (Merkmale: geringes Aufrichten des Oberkörpers, kein Abfallen der Arme).
Flug
- Erreichen einer hohen aerodynamischen Flugqualität.
- Aktive Gestaltung des Flugverlaufes, um optimale Luftkraftverhältnisse (Auftrieb und Widerstand) in den einzelnen Flugabschnitten zu erreichen.
Das bedeutet insgesamt:
- schnell kleine Ober- und Unterkörperwinkel und große Skianstellwinkel gegenüber der Flugbahn im Übergang erreichen,
- große V-Stellung (ca. 45<198>) einnehmen,
- ab der Hälfte des Fluges eine fast gestreckte horizontale Körperlage einnehmen, bei der die Ski gegenüber der horizontalen ca. 5<198> angestellt sind;
- wirkungsvolles Aufrichten aus der großen Vorlage in der Landevorbereitung (Arm-Handsteuerung, Aufrichten des Körpers zeitlich so kurz wie möglich).
Landung
- Standsicherheit,
- Einhaltung der Bewertungskriterien (Telemarklandung).
Regeln und Bestimmungen für Skisprungwettkämpfe
Bewertung des Skisprunges
Die erzielte sportliche Leistung eines Springers rekrutiert sich aus der erreichten Sprungweite (Weitennote) und der dabei realisierten Bewegungsausführung, für die Haltungsnoten vergeben werden.
Zur Weitennote:
- Die Sprungweite wird durch Weitenmesser und bei bedeutsamen Sprungveranstaltungen (OWS), (SWM), Weltcup-Wettkämpfe (WC) durch Videokameras ermittelt.
- Die Sprungweite stellt die Entfernung von der Schanzentischkante bis zur Stelle der Landung dar. Die Landestelle ist definiert als der Punkt, an dem beide Ski mit voller Fläche aufsetzen. Gemessen werden dabei die Füße (bei Telemarklandung die Mitte zwischen beiden Füßen).
- Die Sprungweite wird in eine Weitennote nach folgendem Prinzip umgerechnet:
- Eine Sprungweite, die bis zum K-Punkt geht (vgl. Schanzendaten), wird mit 60 Weitenpunkten bewertet.
- Weicht die erzielte Sprungweite vom K-Punkt ab (kürzerer oder längerer Sprung), erfolgen Punktabzüge bzw. Punktzuschläge.
- Die Größe der Punktabzüge oder -zuschläge für eine bestimmte Weitendifferenz gegenüber der K-Punktweite sind abhängig von der Größe der Schanze (vgl. Tab.).
K-Punkt-Weite Punktwert pro Meter
20 -24 m 3,2 Pkt./m
25 -29 m 3,0 Pkt./m
30 -34 m 2,8 Pkt./m
35 -39 m 2,6 Pkt./m
40 -49 m 2,4 Pkt./m
50 -59 m 2,2 Pkt./m
60 -69 m 2,0 Pkt./m
70 -79 m 1,8 Pkt./m
80 -99 m 1,6 Pkt./m
100 -120 m 1,4 Pkt./m
145 -185 m 1,0 Pkt./m
Zur Haltungsnote:
- Die Qualität der Sprungausführung wird von 5 Sprungrichtern in Form von Haltungsnoten beurteilt. Die Beurteilung eines Sprunges beinhaltet das äußere Erscheinungsbild des Bewegungsablaufes vom Passieren der Absprungkante bis zum Überqueren der Sturzgrenze1) unter dem Aspekt: Präzision und Sicherheit sowie der Harmonie und Dynamik der Bewegungsausführung.
- Zur Beurteilung der Qualität der Bewegungsausführung stehen jedem Sprungrichter eine Ausgangspunktzahl von 20 Punkten (für einen fehlerfreien ästhetischen Sprung) zur Verfügung.
- Bestehen Abweichungen gegenüber den Haltungs- und Bewegungsvorschriften, werden von jedem Sprungrichter Punktabzüge vorgenommen.
- Je nach der Bedeutung einzelner Fehler für die Gesamtbeurteilung eines Sprunges ist die Größe der Punktabzüge unterschiedlich:
für Fehler im Flug bis 9 Punkte
für Fehler in Landung und Ausfahrt bis 4 Punkte
für Sturz bei Landung und Ausfahrt bis 10 Punkte.
- Zur Ermittlung der Haltungsnoten werden die höchste und niedrigste Haltungsnote der 5 Sprungrichter gestrichen und die 3 verbleibenden Wertungsnoten zur Haltungsnote (Höchstpunktzahl = 60) addiert.
Der Sieger und die Rangfolge der Plazierten werden durch Addition der Weiten- und Haltungsnoten für 2 Wettkampfsprünge ermittelt.
Wettkampfdurchführung auf Normal- Groß- und Flugschanzen
Jeder Wettkampf besteht aus einem Probe- und zwei Wertungsdurchgängen. Eine Teilnahme am Probesprung ist nicht obligatorisch.
Sollte bei Olympischen Winterspielen oder Skiweltmeisterschaften witterungsbedingt nur ein Wertungssprung möglich sein, ist der 2. Wertungssprung am nächstfolgenden Tag, an dem witterungsmäßig ein Wettkampf möglich ist, mit einem vorherigen Probedurchgang neu anzusetzen.
Das Programm bei OWS und SWM sieht im Spezialspringen Einzelkonkurrenzen auf einer Normal- und Großschanze (siehe Einteilung der Schanzen) und einen Mannschaftswettkampf auf der Großschanze vor. Dabei dürfen von jedem nationalen Skiverband jeweils 4 Springer auf jeder Schanze (Normal- und Großschanze) an den Start gehen, die nicht identisch sein müssen.
Einteilung der Schanzen
Die Größe einer Schanze wird nach der K-Punkt-Weite (W) benannt. Es gilt folgende Einteilung:
Einteilung: K -Punktwerte
Kleine Schanzen 20 m bis 45 m
Mittlere Schanzen 50 m bis 70 m
Normalschanzen 75 m bis 90 m
Großschanzen 105 m bis 120 m
Flugschanzen 145 m bis 185 m
(Großschanzen mit W über 120 Meter werden von der FIS nicht homologiert).
Das Starterfeld wird in der Regel in 4 Startgruppen eingeteilt (4. Gruppe ist die stärkste und startet unter Normalbedingungen zuletzt). Bei internationalen Wettkämpfen kann jedes Land jeweils einen Sportler in jede Gruppe einordnen. Die Startreihenfolge innerhalb der Gruppen wird durch Auslosen ermittelt. Der Probe- und 1. Wertungsdurchgang erfolgt in der ausgelosten Startreihenfolge. Die Startreihenfolge des 2. Wertungsdurchganges entspricht der umgekehrter Rangfolge (Gesamtnoten) des 1. Wertungssprunges.
Durch ein Lichtsiganal (Ampel) oder ersatzweise durch Abwinken mit einer Fahne wird der Start freigegeben. Nach dem Startzeichen hat der Springer 15 Sekunden Zeit für den Start. Wird diese Zeit überschritten, erfolgt in der Regel eine Disqualifikation des Spingers.
Die Festlegung der Anlauflänge (Anfahrtsgeschwindigkeit) durch das Kampfgericht soll im allgemeinen garantieren, daß die Bestweiten des Springerfeldes fast den K-Punkt erreichen. Wird jedoch der K-Punkt erreicht oder gar übersprungen, muß die Jury zusammentreten und entscheiden, ob der laufende Durchgang fortgesetzt werden kann oder annulilert wird und von einem tieferen Startplatz neu begonnen werden muß1).
Mannschaftswettkämpfe im Spezialsprung bei OWS und SWM finden auf der Großschanze statt. Eine Mannschaft besteht aus jeweils 4 Springern, deren Totalnoten (jeweils Weiten- und Haltungsnoten aus zwei Durchgängen) addiert werden. Die Addition der Totalnoten der vier Springer stellt somit das Mannschaftsergebnis dar.
Auf Skiflugschanzen dürfen jährlich höchstens 2 Wettkampfveranstaltungen durchgeführt werden.
Bei Skiflugwettkämpfen werden an 3 Tagen jeweils 3 Flüge absolviert. Dabei ist der erste Veranstaltungstag als Trainingstag zu betrachten. Am 2. und 3. Tag finden jeweils ein Probe- und zwei Wertungssprünge statt. An beiden Wettkampftagen gibt es eine Tageswertung.
Zur Ermittlung des Gesamtsiegers bei Skiflugweltmeisterschaften werden die Tagesnoten addiert.
Abweichungen von diesen Regeln ergeben sich, wenn an einem Wettkampftag lediglich 2 Flüge absolviert werden können. Unter diesen Umständen zählt der erste Durchgang als Probedurchgang und der zweite als Wertungssprung. Die dabei erreichte Rangfolge der Gesamtnoten stellt die Tageswertung dar.
Ist an einem Wettkampftag nur ein Durchgang regulär möglich, entfällt die Tageswertung.
Schanzendaten
Im nachfolgenden werden Erläuterungen zu einigen der in der Abbildung dargestellten Daten vorgenommen:
P = Beginn der Landestrecke (Normpunkt)
M = Länge der Landestrecke, die geradlinig bis zum Punkt K verläuft. Diese Strecke ist beidseitig mit einem blauen Band markiert.
K = Kritischer Punkt, gibt die Größe einer Schanze an. Er ist zugleich der Tabellenpunkt (Sprungweiten bis zum K-Punkt erhalten eine Weitennote von 60 Punkten, ab Punkt K beginnt der Auslaufbogen (R2)
W = Entfernung von der Tischkante bis zum Punkt K
H = Höhendifferenz zwischen Schanzentischkante und K
N = Horizontaldistanz zwischen Schanzentischkante und K
H/N = Profilverhältnis, es gibt an, ob eine Weite eines Sprunges gestreckt oder fallend erzielt wird.
a = Neigung des Schanzentisches
R1 = Größe des Radius von der Anlaufbahn zum Schanzentisch. Daraus wird ersichtlich, ob ein Springer viel oder wenig Druck (Zentripedalkraft) in diesem Anfahrtsabschnitt muskulär abfangen muß.
T = Länge des Schanzentisches (geradliniger Teil). Sie gibt an, ob der Springer eine größere oder kürzere Strecke für den Absprung ohne Zentriepedalkraft zur Verfügung hat.
S = Höhe des Schanzentisches, veranschaulicht im Zusammenhang mit der Schanzentischneigung, ob der Springer insgesamt höher oder tiefer über den oberen Teil des Aufsprunghanges fliegt (auch abhängig von Anlaufgeschwindigkeit, Absprungstärke).
Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Autorenkollektiv unter der Leitung von F. Reichert: Skisport, Sportverlag Berlin 1978.
Bergant, E.: Planica 1934 - 1972. - Ljubljana: tiskarna Stovenija, 1972.-80 S.
Doerry, K./Dörr, W.; Das Olympia-Buch, Olympia-verlag GmbH. München, 1927.
Internationale Skiwettkampfordnung (IWO) Band III: Skisprung Skifliegen/Nordische Kombination, Ausgabe.1992.
Luther, C. Vom Hop zum aerodynamischen Flug in Fortschritte der Uhrentechnik durch Forschung - vom Skisprung zum Skipflug (Festschrift für Dr. Ing. Straumann), Steinkopf-Verlag, Stuttgart, 1972.
Offizielles Bulletin des Internationalen Skiverbandes Nr. 114/1a - 3/1992.
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