1.26. Segelsport
Als Wettkampfsport wird das Segeln auf allen Gewässern, über beliebige Distanzen (von wenigen Kilometern bis zur Weltumsegelung) mit unterschiedlichstem Sportgerät (vom Surfbrett bis zum Seekreuzer) und unterschiedlichster Besatzung ausgeübt. Der Erfolg im Segelsport hängt sowohl von der Qualität des eingesetzten Materials als auch von den technischen und taktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Besatzung ab. Von besonderer Bedeutung ist das optimal abgestimmte Handeln der Mannschaft. Erfahrung, Risikobereitschaft, Übung, eine hohe physische und psychische Belastbarkeit sind einige notwendige Voraussetzungen, um die Leistungsfähigkeit einer Yacht optimal ausnutzen zu können.
Geschichte
Wasserfahrzeuge, die sich mit Hilfe von Segeln und Wind fortbewegten, gab es schon seit Tausenden von Jahren. Die älteste Darstellung eines Segelfahrzeuges ist eine ca. 8000 Jahre alte Felszeichnung im Orient, auf der man deutlich Mast und Segel erkennen kann.
Die Bezeichnung Yacht für ein Sportsegelboot kommt aus dem Niederländischen, leitet sich von Jagen ab und wurde erstmalig im 17. Jahrhundert gebraucht.
1660 - erhielt Karl II., König von England, eine Yacht von den Niederlanden als Geschenk
1661 - wurde der erste Segelwettkampf auf der Themse von Greenwich nach Gravesand ausgetragen
1720 - entstand in Irland mit dem Cork Harbour Water Club der erste Segelverein der Welt
1775 - wurde in einem englischen Bericht über eine Segelsportveranstaltung erstmalig der italienische Begriff Regatta verwendet
1815 - Gründung des ersten Yachtclubs in London
1851 - erstes internationales Herausforderungsrennen England gegen Amerika um die Insel Wight - Stiftung des America's Cup
1857 - erste Atlantiküberquerung von Ost nach West mit einer Yacht
1895 - 98 - erste Einhand-Weltumseglung
1900 - erstmals Segelwettfahrten bei den Olympischen Spielen
1907 - Zusammenschluß der Landes-Segelverbände zur IYRU (International Yacht Racing Union ) in London
Wettbewerbe/Bootsklassen
Eine Vergleichsmöglichkeit der sportlichen Leistungen verschiedener Boote und Mannschaften in Wettbewerben ist durch die Einteilung der Boote in Klassen gegeben.
Bei der Einheitsklasse sind alle Daten, denen das Boot mit Segeln und Ausrüstungen entsprechen muß, genau in der Bauvorschrift festgelegt. Bei einer Konstruktionsklasse ist eine Variation innerhalb gewisser Grenzwerte oder der Bauformel möglich.
Es wird heute zwischen den von der IYRU für die bevorstehenden Olympischen Spiele festgelegten olympischen Klassen und weiteren Klassen, in denen nationale Meisterschaften ausgetragen werden, unterschieden. Für die letztgenannten Klassen gibt es z.T. internationale Klassenvereinigungen.
Wettkampf/Segelregatta
Eine Segelregatta besteht meist aus mehreren Wettfahrten. In einer Wettfahrt werden die einzelnen Bootsklassen nacheinander auf einen vorher ausgelegten, meist olympischen Kurs geschickt und bekommen bei ordnungsgemäßem Zieldurchgang Punkte nach einem vorgegebenen System. Hier die sich nach der olympischen Wertung richtende Auflistung der genauen Punktevergabe für die einzelnen Plätze :
1.Platz = 0 Punkte
2.Platz = 3 Punkte
3.Platz = 5,7 Punkte
4.Platz = 8 Punkte
5.Platz = 10 Punkte
6.Platz = 11,7 Punkte
7.Platz = 13 Punkte
Ab dem siebenten Platz wird auf die jeweilige Platzziffer eine 6
addiert (z.B.: 8.Platz = 8 + 6 = 14 Punkte etc.).
Die Punkte der einzelnen Wettfahrten werden zusammengezählt. Es gewinnt die Besatzung mit der geringsten Punktzahl.
An internationalen Regatten teilnehmende Boote haben in ihrem Großsegel die Registriernummer, das Bootstypzeichen sowie das Nationalitätszeichen zu führen.
Meist werden Dreiecksregatten in Serien von 3 bis 7 Wettfahrten ausgetragen. Die Wettkampfbestimmungen der IYRU sind in jedem Falle maßgebend. Es segeln Boote derselben Klasse gegeneinander. Die olympische Regattabahn stellt sich dabei im allgemeinen in Form eines rechtwinklig gleichschenkligen Dreiecks dar. Die Bahnmarken werden kurz vor dem Start entsprechend der Windrichtung ausgelegt. Die Bahnmarken 1 und 3 liegen in Windrichtung. Die Peilung über den Bahnmarken 3 und 1 ergibt den Kompaßkurs der Kreuzstrecke, der den Seglern 10 Minuten vor dem Start vom Startschiff aus signalisiert wird.
Olympischer Dreieckskurs
Der Dreieckskurs hat 2 Bahnvarianten:
1. Dreieckskurs, der sich aus Kreuzstrecke und Raumschotstrecke ergibt.
2. Linearkurs, bestehend aus Kreuz- und Vorwindstrecke.
Die Regattastrecke setzt sich entsprechend dem jeweiligen Reglement aus diesen Bahnvarianten zusammen, wobei die Bahnlängen zwischen 8 und 20 Seemeilen liegen. Die Strecke wird in der Regel linksherum abgesegelt. Start und Ziellinie liegen außerhalb des Bahndreiecks.
Nach Ankündigungs- und Vorbereitungsschuß erfolgt mit dem Startschuß ein fliegender Start. Boote, die zu frühzeitig loslegen, werden zurückgerufen und müssen den Start wiederholen. Startverschiebungen, Bahnverkürzung und Abbruch werden auf dem Startschiff durch Flaggen angezeigt.
Bootsklassen (Auswahl)
Weiterführende Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Barth, E. W./Enzmann, K. J.: Katamaransegeln. Bielefeld 1983 (Delius, Klasing Verlag).
Bond, Bob: The handbook of sailing. Segelhandbuch. London 1985 (Pelham Books).
Creagh-Osborne, R./Fisher, B.: Das ist Regattasegeln. Bielefeld 1990 (Delius, Klasing Verlag).
Denk, Roland: Segeln lernen in Frage und Antwort. München 1986 (BLV-Verlags-Gesellschaft).
Denk, Roland: Richtig Segeln. München 1986 (BLV-Verlags-Gesellschaft).
Denk, Roland: Klar zum Regattasegeln. München 1973 (BLV-Verlags-Gesellschaft).
Denk, Roland: Neue Segelschule <197> Vom Anfänger zum Führerschein. München 1985 (BLV-Verlags-Gesellschaft).
Denk, Roland: Das Segelhandbuch. Hamburg 1986. (Hofmann u. Campe).
Gliewe, R.: Seemannschaft <197> Handbuch für den Yachtsport.-Bielefeld 1990 (Delius, Klasing Verlag).-1990.
Halbe, J.: Segeln <197> Freiheit ohne Grenzen. Lausanne 1989 (Mondo Verlag).
Henderson, R.: Einhandsegeln. Techniken und Erfahrungen. Bielefeld 1978 (Delius, Klasing Verlag).
Imhoff, F. G./Pranger, L.: Das ist schnelles Segeln <197> Der Weg zum optimalen Boot. Bielefeld (Delius, Klasing Verlag).
Loos, D.: Segeln unter pädagogischem Aspekt. Lüneburg 1989 (Neubauer).
Mc Keag, M.: Segeln. Fundierte Informationen für Einsteiger und Aktive. München 1990 (Copress).
Nolte, J./Sack, R.: Segeln <197> Segler, Boote und Reviere in der DDR. Berlin 1989 (Transpress).
Pfarringer, W./Ullmann, Ch.: Surfen, Segeln, Rudern. Risiken erkennen, Unfälle vermeiden, Verletzungen heilen. München 1989 (Südwest Verlag).
Preuß, Uwe: Regattasegeln leicht gemacht <197> ein Handbuch für Regattasegler mit Regelwerk der IYRU. München 1985 (Mosaik).
Schlichting, Horst: Segeln <197> Training, Technik, Taktik. Reinbeck b. Hamburg 1982 (Rowohlt).
Schlichting, Horst: Segeln <197> Training, Technik, Taktik. Reinbeck b. Hamburg 1990 (Rowohlt).
Schult, Joachim: Segler-Lexikon (5. Aufl.). Bielefeld 1984 (Delius, Klasing Verlag).
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