1.24. Schießsport

Die Bezeichnung Schießsport ist ein Sammelbegriff für Sportarten und -disziplinen, bei denen es darauf ankommt, mit Waffen feststehende (Ring- oder Silhouettenscheiben) oder bewegliche Ziele (Tierscheiben, Wurftauben) möglichst genau zu treffen.

Die Ausführungen des Sportlers konzentrieren sich dabei auf das Zielen. Die Zeit dafür kann durch die Bewegung des Zieles oder eine Zeitvorgabe (z.B. Schnellfeuer) stark eingeschränkt sein. Der Schießsport wird in einer Vielzahl von Disziplinen mit unterschiedlichen Waffen auf Schießständen in Schießhallen und Grabenständen ausgeübt (s.u.).

Die Plazierung im Wettbewerb ergibt sich aus der erreichten Ring- bzw. Trefferzahl. Schießen ist auch Bestandteil anderer Sportarten wie Biathlon und Moderner Fünfkampf.

Geschichte

Sportschießen hat eine jahrhundertelange Tradition. Vorläufer des Schießens war die Jagd mit Wurfgeschossen in der Steinzeit. Im Mittelalter wurde vorwiegend mit Bogen und Armbrust geschossen. Nach der Erfindung des Schießpulvers wurden die Feuerwaffen entwickelt.

15. Jh. - Entwicklung der Vorderlader-Kugelbüchse

19. Jh. - Entwicklung der Hinterladerwaffen

1861 - Gründung des Deutschen Schützenbundes (DSB) in Gotha

seit 1890 - Weltmeisterschaften im Schießen

seit 1896 - Schießen, Olympische Sportart

1907- Gründung der Internationalen Schützenunion (UIT) mit Sitz in München

1931 - Gründung des Internationalen Bogenschützenverbandes (FITA) mit Sitz in Mailand/Italien

1951 - Neugründung des DSB in Frankfurt/a.M.

1955 - erste Europameisterschaften

1956 - Gründung der Internationalen Armbrustschützen-Union (IAU) mit Sitz in Luzern

1976 - mit M.Murdock (USA) gewinnt erstmals eine Frau eine Olympiamedaille (Silber)

Organisationen

Internationale Schützenunion (UIT) München

Europäische Schießsport-Konföderation (ESC) Bukarest

Internationaler Bogenschützenverband (FITA) Mailand

Internationale Armbrustschützen Union (IAU) Luzern

Internationale Vorderladerschützenvereinigung (MLAIC) Paris

Weiterführende Literatur

(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)

Fehland, F.: Die Technik und Methodik des Bogenschießens. Berlin 1985 (Dt. Bogenschützenverband der DDR).

Herrigel, E.: Zen in the art of archery. Zen in der Kunst des Bogenschießens. London u.a. 1985 (Arkana).

Matthews, R./Holden, J.: Lehrbuch Bogenschießen: Ausrüstung, Schießtechnik, Training mental. München 1986 (BLV Verlags- Geselllschaft).

Stein, H. J.: Die Kunst des Bogenschießens - Kyudo. Bern 1985 (Scherz Verlag).

Williams, J. C.: Lehrbuch des Bogensports. Berlin 1986 (Weinmann Verlag).

Brukner, B.: Pistolen, Technik, Schießen, Entwicklung bis zur olympischen Disziplin: Die Luftpistole. Schwäbisch Hall 1986 (Journal Verlag).

Burkhardt, T.: Vom Schießen mit der Pistole: Pistolenscheiben im Wandel der Zeiten. In: Dt.Schützenzeitung Wiesbaden 36(1989)7, S. 43-44.

Deutsche Schützenzeitung: Offizielle Mitteilungen DSB: Ab 1. Januar gültige UIT-Regeln. Dt.Schützenzeitung Wiesbaden 36(1989)2, S.27-30.

Gabelmann, H.: Fit mit Sportschießen. Niedernhausen/Ts. 1989 (Falken-Bücherei).

Glock, E./Mertel, H.: Pistolenschießen Band 2 - Training und Wettkampf. München, Wien, Zürich 1984 (BLV Verlags-Gesellschaft).

Heinula, J.: Optisches Schießen: Die Schießdisziplin der Zukunft? In: Dt. Schützenzeitung Wiesbaden 36(1989)2, S.10-11.

Hoffmann, H./Gabelmann, H.: Vor der Änderung der Scheiben - Eine Analyse der vergangenen 10 Jahre. In: Dt.Schützenzeitung. Wiesbaden 36(1989)2, S.12-14/20-22.

Klinger, B.: Lehrbuch Gewehrschießen: Technik, Training, Wettkampf. München, Wien, Zürich 1988 (BLV Verlags-Gesellschaft).

Korch, A.J.: Sportivnaja strelba-Ucebnik institutov fiziceskoj kultury. Sportschießen-Lehrbuch für Sportschulen. Moskau 1987 (Fiskultura i Sport), 1987.

Kuns, H.: Schießsport: Training und Wettkampf. Bad Homburg 1984 (Limpert Verlag).

Standl, H.: Richtig Pistolenschießen. München, Wien, Zürich 1985 (BLV Verlags-Gesellschaft).

Theorie und Praxis Leistungssport: UIT-Leitungsgremien beschlossen Modifizierung der olympischen Disziplin 'Laufende Scheibe'. Theorie und Praxis Leistungssport, Berlin 27(1989)8/9, S.200-201.


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