1.23. Rudersport

Idee und Werte

Beim Rudern als zyklische Wassersportart werden Boote durch geführte einseitige (Riemen) oder doppelseitige (Skull) Ruderbewegungen vorangetrieben. Es ist überwiegend ein Mannschaftssport. Durch seine reichhaltige Auswahl an Bootstypen und der gut dosierbaren körperlichen Belastung, ist das Rudern für nahezu jede Altersgruppe betreibbar.

Geschichte und Verbreitung

Das Rudern wurde bereits im Altertum vor der Ausnutzung der Windkraft mittels Segel als Fortbewegungsmittel genutzt.

1775 - erste offizielle Ruderregatta in London

1836 - Gründung des 1. Deutschen Ruder-Clubs Hamburg

1883 - Bildung des Deutschen Ruderverbandes

1892 - Gründung der Fédération Internationale des Sociétés d'Aviron (FISA)

1900 - Rudern im Olympischen Programm

Der Rudersport ist über alle Erdteile verbreitet. 65 Länder sind Mitglied der FISA.

Äußere Bedingungen/ Sportgerät

Wettkampfstätte ist die Regattastrecke auf möglichst strömungsfreiem Gewässer mit einer Mindesttiefe von 3 m (2 m bei gleichmäßigen Grund), mit 6 Bahnen (12,5 - 15 m breit) durch Bojen markiert und mit einer Länge von 2000 m. Maße und Gewichte der Boote unterliegen keinen Vorschriften. Nach dem internationalen Trend sind die Boote vom Einer bis zum Achter hin ca. 8-17 m lang, 30-60 cm breit und 15-115 kg schwer. In Fachbüchern werden technische Details zum Ruderplatz (Rollsitz, Rollbahn, Stemmbrett, Auslager, Dollen), zum Steuermannsplatz, zu Riemen und Skull und zum Trimmen von Rennruderbooten ausgeführt (optimale Anordnung und Anpassung der Massen und Kräfte im Boot und an das Boot). Neben den Rennbooten gibt es als Gigs bezeichnete Übungs- und Wanderboote.

Wettbewerbe

Rudern wird nach Anzahl der Ruderer, mit oder ohne Steuermann und nach Bootsart in Wettkampfklassen untergliedert. Unten sind die 8 Wettkampfklassen der Herren und 6 der Damen des Olympischen Programms - jeweils 2000 m Strecken - dargestellt.

Regeln

Nach dem Regelwerk der FISA wird festgelegt,

- wie die Startphase durch den Starter kontrolliert wird,

- wann ein Fehlstart vorliegt bzw. ein Startabbruch notwendig ist,

- daß ein Rennabbruch bis zur 100 m-Marke erfolgen kann (Materialschaden),

- wie Behinderungen oder Verstöße geahndet werden,

- @wie ein Boot regelgerecht die Ziellinie zu passieren hat.

Technik

Die Rudertechnik führt zu einem zyklischen Antrieb des Bootes bei Aufeinanderfolge von Antriebs- und Freilaufphase. Der Ruderer sitzt dabei mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, der Steuermann hingegen in Fahrtrichtung. In der Grundstruktur des Ruderschlages erfolgt eine weitere Untergliederung in vordere Bewegungsumkehr, Vorderzug, Mittelzug, Endzug, hintere Bewegungsumkehr und Freilauf. Der moderne Ruderschlag wird als ein vom Vorderzug betonter Schubschlag bezeichnet.

Literatur

(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)

Körner, T./Schwanitz, P.: Rudern: Ein Lehrbuch für Trainer, Übungsleiter und Aktive. Berlin 1987 (Sportverlag).

ZZZ (FISA): 14. FISA Coaches' Conference: Report. Minden 1985 (Philler).


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