1.22. Ringen
Bedeutung/Geschichte
Der Ringkampf ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. In dem Bestreben, sich durch Raufen und Ringen für den Kampf gegen die Natur und Feinde zu rüsten, liegen die Wurzeln der Zweikampfsportart Ringen. Noch heute finden wir in allen Teilen der Erde solche ursprünglichen Formen des Ringkampfs (Schwingen/Schweiz, Sumo/Japan, Adlerkampf/Mongolei, Pelivan/Jugoslawien, Tschidaoba/Grusinien, Gjülesch/Aserbaidschan, Kusasch/Usbekistan, Gilaki/Iran, Glima/Island, Geranches/Spanien).
Mit der Aufnahme des Ringkampfes in das Programm der Olympischen Spiele, 708 v. Chr., gab es neue Impulse für die Entwicklung dieser Sportart. Seit dieser Zeit hat sich die Sportart dynamisch weiterentwickelt (Regeln, Disziplinen, Gewichtsklassen u.a.) und die zwei Stilarten des Klassischen (Griechisch-Römischen) und Freien Ringens (Freistil) hervorgebracht.
In dem 1921 gegründeten Internationalen Ringerverband (heute: FILA) sind 109 Länder aus allen Kontinenten organisiert . Sambo (sowjetische Selbstverteidigungssportart) wurde bis 1985 unter der Ägide der FILA wettkampfmäßig betrieben.
Wettbewerb/Regeln
Ringen wird als Einzel- und Mannschaftssportart ausgeübt. Das höchste Ziel eines Ringers ist es, seinen Gegner, innerhalb der gültigen Wettkampffläche und der zur Verfügung stehenden effektiven Wettkampfzeit von fünf Minuten, durch den Schultersieg zu bezwingen. Dieser wird ihm zugesprochen, wenn er seine Gegner - für das Kampfgericht sichtbar - mit beiden Schultern deutlich auf der Matte fixiert (ca. eine Sekunde lang). Der Schultersieg tilgt alle zuvor im Wettkampfverlauf vergebenen Wertungen. Einem Schultersieg gleichgestellt ist ein Wertungspunktvorsprung von 12 und mehr Punkten (technischer Schultersieg). Aber auch drei Verwarnungen können zum Kampfabbruch (Disqualifikation) führen.
Gelingt es keinem der Kontrahenten, einen Schultersieg zu erringen, so wird nach Ablauf der Zeit derjenige mit der größten Summe an Wertungspunkten zum Sieger erklärt. Bei Wertungsgleichstand wird dann so lange weitergerungen, bis einem der Kämpfer die nächste Wertung gelingt. Seit 1983 gibt es ernsthafte Bestrebungen, den Ringkampfsport auch für Frauen zu popularisieren.
Altersklassen (international)
Jugend 15 - 18 Jahre
Junioren 18 - 20 Jahre
Senioren ab 18 Jahren
Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Gain, W./Hartmann, J./Tünnemann, H.: Ringen. Berlin 1980 (Sportverlag).
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