1.18.3. Gehen
Idee und Werte
Gehen ist eine Ausdauerdisziplin der Leichtathletik für Männer und Frauen über Distanzen zwischen 5 km und 50 km. Das Gehen ist eine Fortbewegungsart, deren Technik im sportlichen Bewegungsablauf perfektioniert wurde. Alle Bewegungen des sportlichen Gehens entsprechen im Grunde denen beim natürlichen Gehen.
Gehen wird fast ausschließlich wettkampfmäßig betrieben. Eine weitere Verbreitung des Walking - einer Fitnessbewegung, die das schnelle Gehen für die Ausdauerschulung nutzt - wäre wünschenswert, da die Disziplin in idealer Weise die positiven Herz-Kreislauf-Effekte und andere Ausdaueranpassungen mit einer das Binde- und Stützsystem schonenden Belastungsform verbindet.
Wettkämpfe und Regeln
Die Sicherung von gleichen Bedingungen für alle Wettkämpfer, besonders die Abgrenzung des Gehens von der Laufbewegung, erfordert einschränkende Bestimmungen für die Bewegungsausführung.
Grundregeln des Gehens
Bodenkontakt:
Vom Geher ist ununterbrochener Bodenkontakt aufrechtzuerhalten, d. h.: Wenn das Standbein den Boden verläßt, muß das Schwungbein bereits aufgesetzt haben.
Kniestreckung:
Das Standbein muß während des Bewegungsablaufs einen Moment gestreckt sein.
Beide Regeln erfordern in der Beurteilung von den im Wettkampf eingesetzten Gehrichtern große Erfahrung. Die Sanktionen der Gehrichter (Verwarnung bis Disqualifikation) unterliegen der Subjektivität.
Training
Im Training nimmt die Technikschulung, aufgrund der Wettkampfregeln und wegen eines ökonomischen Krafteinsatzes, insbesondere im Nachwuchsbereich einen breiten Raum ein.
Für die Gehtechnik sind eine rollende Bewegung der Beckenachse mit einer großen Amplitude, verbunden mit einer den Gehschritt unterstützenden Bewegung der Schulterachse, typisch.
Schwerpunkte für das Training konditioneller Voraussetzungen des Gehers:
1. - Kräftigung der Bauch- und Rückenmuskulatur, Lockerung des Hüft- und Schultergürtels sowie des Fußgelenkes.
2. - Ganzjährige Entwicklung der Ausdauer durch Märsche bis 60 km bzw. 6 - 7 Stunden, durch Gehen im aeroben und aerob-anaeroben Stoffwechselbereich über 20 bis 40 km, durch Cross- und Dauerläufe bis 20 km, durch Intervallgehen unter erschwerten Bedingungen (Bergangehen, Zugwiderstandsgehen).
3. - Disziplinspezifisch unterschiedliche Entwicklung der Schnelligkeitsausdauer bei der Einhaltung einer regelgerechten Technik.
Weiterführende Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Zemelka, R.-H.: Untersuchungen zum technischen Anforderungsprofil im Bereich des Aufbautrainings im sportlichen Gehen. Leipzig 1986 (DHfK,Diplomarbeit).
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