1.18. Leichtathletik

Idee und Werte

Die Disziplinen der Leichtathletik bauen auf den ursprünglichen menschlichen Bewegungsformen Laufen, Gehen, Springen, Werfen und Stoßen auf. Der Reiz der Sportart ergibt sich aus der Tatsache, daß alle Leistungen in Metern und Sekunden meßbar und dadurch vergleichbar und wertbar (Rekorde) sind.

Die weltweite Verbreitung verdankt die Leichtathletik den relativ geringen materiell-technischen Anforderungen für Training und Wettkampf im Anfängerbereich und dem Umstand, daß leichtathletische Übungen in allen Sportarten und in allen Altersbereichen ausgezeichnete Möglichkeiten bieten, um Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit zu schulen.

Geschichte

Historische Belege beweisen die Existenz sportlicher Betätigung im Laufen, Springen und Werfen in allen Gesellschaftsordnungen.

1830 - 1860 - leichtathletische Wettkämpfe an Hochschulen und Universitäten in England

5.3.1864 - Stunde Null der Leichtathletik als Sportart, Wettkampf zwischen Mannschaften der Universitäten Oxford und Cambridge auf dem Christ Church Ground in Oxford

Sommer 1880 - erster Leichtathletik-Wettkampf in Deutschland auf der Pferderennbahn in Hamburg-Horn

August 1887 - erste internationale Meisterschaft in Hamburg

1896 - Olympische Spiele in Athen mit 5 Laufdisziplinen (100m, 400m, 800m, 1500m, Marathonlauf), 4 Sprungdisziplinen (Hoch-, Weit-, Drei- und Stabhochsprung) und 2 Wurf- und Stoßdisziplinen (Diskuswerfen und Kugelstoßen) nur für die Männer (Frauen starteten in der Leichtathletik erst 1928 in Amsterdam)

20.-23.8.1913. - offizielle Gründung der IAAF (International Amateur Athletic Federation) in Berlin, Sitz in London, 176 Mitgliederverbände (1984)

1914 - erstmalige Bezeichnung offizieller Weltrekorde durch die IAAF

1970 - Gründung der EAA (European Athletic Association) mit Sitz in Paris. 28 Mitgliederverbände

seit 1977 - Weltpokalwettbewerbe

seit 1983 - Weltmeisterschaften

Training

Das Training in der Sportart Leichtathletik nutzt im Anfängerbereich die der Sportart immanenten vielfältigen konditionellen und koordinativen Anforderungen aller Disziplinen und ist auf ein allgemeines und vielseitiges Training gerichtet.

Mit zunehmender Leistungsstärke und bei Leistungssportambitionen ist im Alter zwischen 13 und 16 Jahren eine disziplingruppenspezifische Ausbildung erforderlich (Sprint-Hürden, Sprung-Mehrkampf, Mittel- und Langstrecken, Wurf-Stoß, Gehen).

Literatur

(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)

Autorenkollektiv unter Leitung von W. Lohmann: Leichtathletik Trainingsprogramm 1-3. Berlin 1985 (Sportverlag).

Autorenkollektiv unter Leitung von G. Schmolinsky: Leichtathletik: Ein Handbuch für Trainer, Übungsleiter und Sportlehrer. Berlin 1964 (Sportverlag).

Bauersfeld, K.-H./Schröter, G.: Grundlagen der Leichtathletik. Berlin 1979 (Sportverlag).

Harre, D. u.a.: Trainingslehre. Berlin 1979 (Sportverlag).

Jonath, U./Haag, E./Krempel, R.: Leichtathletik: Training, Technik, Taktik. Hamburg 1986 (Rowohlt Verlag).

Wischmann, B.: Der Weg zum Erfolg in der Leichtathletik: Grundlagentraining im Schüler- und Jugendalter. Wiesbaden 1989 (Limpert Verlag).


Copyright © 1996 by Peter Casper, VWM Verlag GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Die Texte und Grafiken aus dem Kompendium sind urheberrechtlich geschützt und werden für einen begrenzten Zeitraum nur zur Ansicht zur Verfügung gestellt. Speichern, Ausdrucken, Kopieren oder Verbreiten der Texte ist ausdrücklich untersagt.