1.15. Hockey
Bedeutung und Geschichte
Hockey (Feld- und Hallenhockey) ist ein weltweit verbreiteter, beliebter Wettkampf- und Freizeitsport für Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche. Seit 1908 gehört Hockey in das Programm der Olympischen Spiele. Zunehmende Bedeutung erlangt das Hockeyspiel auch für den Schulsport.
Die Vorläufer des modernen Hockeyspiels reichen bis in das Jahr 3000 v.Chr. zurück. Stockballspiele waren offenbar in den damals hochentwickelten asiatischen Kulturvölkern sehr beliebt. Weitere Vorläufer des Hockeyspiels sind unter vielfältigen Bezeichnungen (z.B. Hurling, Lacrosse, Koki, Mail, Mocquet, Shinney, Bandy, Giccho, Dakiu, Tephu, Kathi, Chendu) besonders in Japan, Tibet und bei den Ureinwohnern Nordamerikas betrieben worden. Als Geburtsland des modernen Hockeyspiels gilt England.
Weitere geschichtliche Daten im Überblick:
1852 - Herausgabe des ersten authentischen Regelwerks
1875 - erstes Länderspiel zwischen England und Irland (5 : 0)
1886 - Zusammenschluß der nationalen Verbände von England, Irland und Wales zum International Hockey Board (IHB), dem zwei Jahre später auch Schottland beitrat
1908 - Feldhockey der Herren wird olympische Disziplin
1909 - Gründung des Deutschen Hockeybundes (DHB)
1924 - Gründung der Fédération Internationale de Hockey (FIH) in Paris
1927 - Gründung des Internationalen Frauenhockeyverbandes International Federation of Women's Hockey Associations (IFWHA)
1969 - Gründung des europäischen Hockeyverbandes (FEH=Fédération Européenne de Hockey)
1980 - Olympische Premiere des Damenhockeysports in Moskau
Das internationale Wettkampfsystem wurde ständig weiter ausgebaut (seit 1971 Weltmeisterschaften der Herren, seit 1974 Welttitelkämpfe der Damen, seit 1970 Europameisterschaften, seit 1974 Hallen-Europameisterschaften der Herren, seit 1975 Hallen-Europameisterschaften der Damen, Europapokale für Vereinsmannschaften seit 1969 für Herren und seit 1974 für Damen).
Damenhockey wurde von der Ärztekommission des IOC als das geeignetste Sportspiel für Frauen besonders empfohlen.
Ursprünglich als Winterüberbrückung ins Leben gerufen, entwickelte sich Hallenhockey seit 1951 zu einem relativ eigenständigen Wettkampfsport.
Deutschland gehört im Feld- und Hallenhockey sowohl bei den Damen als auch bei den Herren zu den führenden Hockeynationen.
Spielidee
Hockey ist ein Kampfspiel zwischen zwei Mannschaften (Feldhockey 11 Spieler und 2 Auswechselspieler; Hallenhockey 6 Spieler und 6 Auswechselspieler), bei dem mittels eines Schlägers ein Ball innerhalb eines Schußkreises in das gegnerische Tor getrieben werden muß.
Die Spielzeit beträgt im Feldhockey für Erwachsene 2 x 35 Minuten (mit 10 Minuten Halbzeit), für Jugendliche 2 x 30 Minuten und für Kinder 2 x 25 Minuten. Im Hallenhockey wird bei den Erwachsenen 2 x 30 Minuten (Pause 10 Minuten) gespielt.
Spielvoraussetzungen
Hockeyball:
weiß, Leder- oder Plastikhülle, 22,4 bis 23,5 cm Umfang, 156 bis 163 g schwer.
Hockeyschläger:
gekrümmte Holzschläger (340 bis 794 g), spielerabhängig bis 95 cm lang (vgl. Abbildung), auf der linken Seite abgeflacht.
Spielfeld:
Zunehmend werden Wettkämpfe auf Kunstrasen plätzen durchgeführt, wodurch die Entwicklung der Sportart hinsichtlich athletischen, taktischen und technischen Anforderungen maßgeblich beeinflußt wird. (s. Abb. 2 und 3)
Schiedsrichter:
zwei, jeweils in einer Spielfeldhälfte agierend.
Ausgewählte Spielregeln:
Ballführung:
nur mit der flachen Seite des Hockeyschlägers (nur der Torwart darf den Ball mit Händen und Körper berühren), der Ball darf nicht mit dem Körper gedeckt werden.
Gültiges Tor:
nur, wenn innerhalb des Schußkreises geschlagen wurde. (s.Abb.3)
Schiedsrichtersanktionen bei regelwidrigem Spiel:
Strafecke:
bei Regelverstoß im Schußkreis oder absichtlichen Regelverstößen in der Verteidigungshälfte.
Siebenmeterball:
wenn durch Foul ein Torerfolg verhindert wird
Zeitstrafe:
für grobe Unsportlichkeiten (5 Minuten)
Grüne Karte:
Verwarnung
Gelbe Karte:
Zeitstrafe
Rote Karte:
Platzverweis
Technik und Taktik
Das spielerische Leistungsvermögen wird in starkem Maße von der individuellen Technik und Taktik der Spieler und von der kollektiven Leistungsfähigkeit der Mannschaft geprägt. Durch variationsreiche Ballführung im Vorderhand- und Rückhandspiel können Angriffskombinationen erfolgreich gestaltet werden. Hauptelemente des Hockeyspiels sind Dribbeln, Stoppen und Passen. Neben anderen Leistungsfaktoren entscheidet die Stocktechnik maßgebend über Erfolg und Mißerfolg.
Verwendete und weiterführende Literatur
(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)
Budinger, H./Hillmann, H./Schrödter, W.: Hockey. Training, Technik, Taktik. Hamburg 1980.
Schladitz, W./Wiedersich, W./Krause, A.: Hockey. Berlin 1981.
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