1.14. Handball

Bedeutung/Geschichte

Handball ist ein beliebtes Mannschaftskampfspiel für Männer und Frauen, das vor allem in Europa vertreten ist, zunehmend aber auch in anderen Kontinenten gespielt wird und sich zur bedeutenden Weltsportart entwickelt hat.

Es trat in verschiedenen Formen auf (1917 als Großfeldhandball in Deutschland, als Hazena in der Tschechoslowakei, als eine Form des Torballspiels in Dänemark). Deutschland gilt als Ursprungsland des Handballspiels. Zunächst spielte man es als Großfeldhandball nur im Freien. In den 60er Jahren wurde es immer mehr vom Kleinfeldhandball in der Halle verdrängt. Nur in dieser Form werden auch die Wettkämpfe ausgetragen.

Ausgewählte geschichtliche Daten

1917 - Formulierung der ersten Regeln für Feldhandball in Deutschland

1927 - erste gültige internationale Regeln

1928 - Gründung der Internationalen Amateur Handball Föderation (IAHF)

1935 - erstes internationales Hallenhandballspiel der Herren (Dänemark gegen Schweden)

1936 - Olympisches Feldhandballturnier (nur Herren)

1946 - Gründung der Internationalen Handball Föderation (IHF), Übernahme der Aufgaben der IAHF

1948 - Gründung des Deutschen Handballverbandes in der damaligen DDR (DHV)

1949 - Gründung des Deutschen Handballbundes (DHB)

seit 1838 - Weltmeisterschaften der Herren

seit 1957 - Weltmeisterschaften der Damen

ab 1972 - Aufnahme von Hallenhandball in das Olympische Programm (Herren)

ab 1976 - Aufnahme von Hallenhandball in das Olympische Programm (Damen)

Spielidee

Beim Handballspiel stehen sich auf dem Spielfeld zwei Mannschaften (6 Spieler und ein Torwart) gegenüber, die im Rahmen festgelegter Regeln mit Hilfe schneller trickreicher Zuspiele und plazierter Würfe den Ball im gegnerischen Tor unterbringen wollen bzw. versuchen, durch geschicktes Abwehrspiel Torwürfe zu verhindern.

Zu einer Mannschaft gehören insgesamt 12 Spieler (10 Feldspieler und 2 Torwarte). Die hohe Beanspruchung des temporeichen Spiels sowie taktische Überlegungen, machen ein ständiges Auswechseln der Spieler während des Spiels notwendig.

Die Mannschaft, die die meisten Tore erzielt hat, ist der Sieger.

Grundsätzlich sind im Handball auch unentschiedene Resultate möglich. Ausnahmen stellen lediglich jene Spiele oder Vergleiche dar, deren Reglement dies nicht zuläßt (z.B. „k.-o.-Runde“ bei WM). Hierbei findet nach Ablauf der regulären Spielzeit eine Verlängerung von 2 x 5 Minuten statt. Bei erneutem Gleichstand wird nach 5 Minuten Pause das Spiel für weitere 2 x 5 Minuten wiederaufgenommen. Steht hiernach immer noch kein Sieger fest, muß ein Siebenmeterwerfen bis zur Entscheidung durchgeführt werden.

Spielvoraussetzungen

Handball:

58-60 cm Umfang

425-475 g Gewicht (Herren u. Junioren)

325-400 g Gewicht (Damen u. Jugendliche)

Spielfeld:

(siehe Abbildung)

Schiedsrichter: zwei

Kampfgericht: Zeitnehmer und Sekretär

Ausgewählte Spielregeln:

Spielbeginn/Spielende:

An- und Abpfiff durch den Schiedsrichter

Spielzeit:

Herren 2 x 30 min, 10 min Pause (Halbzeit) Damen und Jugendliche 2 x 25 min, 10 min Pause

Torerfolg:

Ball muß in vollem Umfang die Torlinie überqueren, Torraum darf durch die Spieler nicht betreten werden.

Spielen des Balles:

Mit Händen, Kopf, Armen und Oberschenkel unter Beachtung der 3-Schritt- und 3- Sekundenregel

Verbotenes Spiel:

Absichtlichtliches Spielen des Balles mit Fuß und Unterschenkel, Betreten des Torraumes, unfaires Verhalten gegenüber dem Gegner

Schiedsrichtersanktionen:

Bei absichtlicher grober Regelwidrigkeit = Verwarnung (gelbe Karte), im Wiederholungsfalle 2 min Herausstellung oder Disqualifikation; nach der dritten 2-min-Strafe automatische Disqualifikation.

Ahndung von Regelverstößen durch Freiwurf oder 7-Meter

Technik/Taktik

Die Grundtechniken im Handball, Werfen und Fangen, sind, im Gegensatz zu anderen Spielen, leicht erlernbar. Um jedoch den Anforderungen eines modernen Spitzenspiels zu entsprechen, daß durch hohes Tempo und harten gegnerischen Einsatz geprägt ist, müssen die Spieler die verschiedenen Torwurftechniken ( z.B. Sprungwurf, Fallwurf, Seitfallwurf/vgl. Abb., verdeckter Wurf u.a.), Zuspiele, Finten usw. ausgezeichnet beherrschen. Überhaupt verlangen das blitzschnelle Starten und Stoppen, die rasche Aufeinanderfolge von Sprüngen, Drehungen und Würfen, die Notwendigkeit, eine Vielzahl technisch-taktischer Handlungen auf engstem Raum - unter meist nicht standardisierten Bedingungen - enorme Sprint- und Handlungsschnelligkeit sowie koordinatives Leistungsvermögen.

Verwendete und weiterführende Literatur

(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)

Cercel, P.: Handballtraining. Berlin 1984.

Internationale Spielregeln für Hallenhandball. Berlin 1986.

Stiehler, G./Konzag, I./Döbler, H.: Sportspiele. Berlin 1988.


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