1.10. Fechten

Bedeutung/Geschichte

Die Zweikampfsportart Fechten entwickelte sich in den vergangenen Jahrhunderten (von Erdteil zu Erdteil in oftmals unterschiedlicher Form und mehr oder weniger schnell) aus der Vorbereitung auf kriegerische Auseinandersetzungen mit dem modernen Fechtsport bereits vergleichbaren Waffen. Es waren die Fechtschulen und deren Meister, die durch ihre Arbeit zu dieser Entwicklung den entscheidenden Beitrag leisteten. Es dauerte dann auch lange Zeit, bis das Vorrecht des Adels bzw. bestimmter Kasten (Ritter, Samurai u.a.), allein Waffen tragen und benutzen zu dürfen, gebrochen war und sich das Fechten als Sportart (Florett, Degen und Säbel) durchgesetzt hatte. Seit Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit (1896) ist Fechten (Florett und Säbel) Bestandteil des Olympischen Programmes. 1900 kam der Degen hinzu. In der 1913 gegründeten FIE (Fédération Internationale d'Escrimer) sind heute ca. 70 Länder vereint, die in allen fünf Kontinenten diese Sportart betreiben.

Fechten wird als Einzel- und als Mannschaftssportart ausgeübt. Dabei fechten die Männer mit den drei Waffen Florett, Degen und Säbel, während die Frauen seit 1924 mit dem Florett und seit 1988 mit dem Degen kämpfen.

Technik/Taktik/Regeln

Ziel des Fechters ist es - je nach Disziplin unterschiedlich - den Gegner auf der gültigen Trefferfläche durch Stoß und/oder Hieb so zu treffen, daß diese Aktion als gültig anerkannt werden kann. Bei allen drei Waffen bedient man sich einer elektrischen Trefferanzeigevorrichtung. Die Regeln schreiben die entsprechenden Bedingungen (Konventionen) der Kampfgestaltung vor.

Neben dem sportlichen Fechten kennen wir noch das in Japan entstandene und aus dem Schwertkampf der Samurai hervorgegangene Stockfechten (Kendo). Das Spezifische eines Fechtkampfes ist, daß durch die zwei konträr wirkenden Fechter Kampfsituationen und dadurch Kampfaufgaben entstehen, die ständig neue Lösungsmöglichkeiten ergeben. Dieses zweckmäßige und effektive Handeln erfolgt mittels fechterischer Technik, die im Kampf taktisch richtig und erfolgreich angewandt wird. Im Gegensatz zu anderen Zweikampfsportarten wird im Fechten die Waffe zum Kontaktpunkt mit dem Gegner. Körperbaumerkmale (Körperhöhe, Armlänge) haben für Fechter eine nicht zu unterschätzende Bedeutung.

International erfolgreiche Fechter besitzen ein umfangreiches und variabel einsetzbares Repertoire motorischer Fertigkeiten und spezifischer Verhaltens- und Leistungseigenschaften, die es ihnen ermöglichen, ihre individuellen Kampfhandlungen im Wettkampf bei unterschiedlichen Gegnertypen und Wettkampfbedingungen erfolgreich umzusetzen.

Literatur

(siehe auch neue Literaturhinweise im IAT-Literaturservice)

Barth, B.u.a.: Fechten. Berlin 1979 (Sportverlag).


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